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	<title>unsinn &#8211; Psycho-Path WordPress-Seite</title>
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	<description>Zeitung, Veranstaltungen von und für Psychologie-Studierende und jede Menge Süßes</description>
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		<title>The successful self-treatment of my case of writer’s block</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Nov 2023 11:51:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kurioses, Spektakuläres und Schockierendes aus der Forschung PAULA BÖHLMANN. Jedes Semester erneut einen Psycho-Path-Artikel zu schreiben, hat meine Kreativität beansprucht. Natürlich gibt es noch so viele Themen, aber mir springt nicht DAS Thema ins Auge. Das nennt man wohl Schreibblockade. Was kann ich dagegen machen? Ich könnte es natürlich D.&#160;Upper gleich tun. Sein Artikel „The [&#8230;]]]></description>
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<p class="has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Kurioses, Spektakuläres und Schockierendes aus der Forschung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">PAULA BÖHLMANN.<strong> </strong><em>Jedes Semester erneut einen Psycho-Path-Artikel zu schreiben, hat meine Kreativität beansprucht. Natürlich gibt es noch so viele Themen, aber mir springt nicht DAS Thema ins Auge. Das nennt man wohl Schreibblockade. Was kann ich dagegen machen? Ich könnte es natürlich D.&nbsp;Upper gleich tun. Sein Artikel „The unsuccessful self-treatment of a case of ‘writer’s block’&#8220; wurde im peer-reviewed Journal of applied behavior analysis publiziert. Das Besondere an dem Artikel: er besteht aus nichts außer der Überschrift und einem Kommentar eines Reviewers. Es ist einfach eine leere Seite [1]. Dieser Artikel hat auf eine sonderbare Art meine Schreibblockade gelöst. Er half mir, die Inspiration zurückzufinden, denn nun brannte mir eine Frage unter den Nägeln: Welche weiteren Kuriositäten hat die (psychologische) Forschung noch zu bieten? Bei meiner Recherche stieß ich auf viele lustige und teilweise schockierende Forschungsprojekte. Eine kleine Auswahl möchte ich mit euch teilen.</em></p>



<span id="more-2132"></span>



<h1 class="wp-block-heading has-large-font-size">Ig-Nobelpreis</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Recherche zum Thema kuriose Forschung stößt man schnell auf den satirischen Ig-Nobelpreis. Dieser wird jährlich in unterschiedlichen Fachrichtungen für Forschung, die erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringt, verliehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beispielsweise wurde er 1993 aufgrund eines neunseitigen medizinischen Forschungspapiers verliehen, das mit 972 Koautor:innen 100 mal mehr Autor:innen als Seiten besaß [2]. In Medizin wurde der Ig-Nobelpreis außerdem für die Erforschung des protektiven Effekts echter italienischer Pizza auf Krankheiten und den Tod [3] und der nasenabschwellenden Wirkung von Orgasmen vergleichbar mit Nasenspray [4] verliehen. Zudem wurde die Erkenntnis gewürdigt, dass Personen, die Käse ekelig finden beim Anblick eine stärkere Aktivierung in externen und internen Globus Pallidus und Substantia nigra haben als Menschen, die Käse mögen [5]. Apropos Käse. In Biologie wurde ein Ig-Nobelpreis für die Erkenntnis verliehen, dass Limburger Käse Mosquitos genauso anzieht wie menschliche Füße [6].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Ig-Nobelpreis für Chemie erhielten Forscher für den biochemischen Vergleich zwischen romantischer Liebe und Zwangsstörung mit dem Ergebnis, dass sich in Bezug auf Serotonin die Liebe nicht von Zwangsstörungen unterscheidet [7].</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Fachrichtung Psychologie gab es Ig-Nobelpreise unter anderem für die Forschung, ob man Narzisst:innen anhand der Augenbrauen identifizieren kann [8] und ob Tauben zwischen Bildern von Picasso und Monet unterscheiden können [9]. Die Antwort auf beide Fragen lautet: Ja! Außerdem gab es den Preis für die Erkenntnisse zum Dunning-Kruger-Effekt (Selbstüberschätzung aufgrund Schwierigkeiten, die eigene Inkompetenz wahrzunehmen) [10].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Bereich Frieden gibt es einige bemerkenswerte Projekte. Beseris, et al. (2020) fanden Evidenz, dass Bärte bei Schlägen das Gesicht schützen können [11]. Wenn der Schlag dann trotzdem Mal wehtut, hat ein anderes mit dem Ig-Nobelpreis gewürdigtes Projekt eine Lösung: Es wurde herausgefunden, dass Fluchen schmerzlindernd wirkt [12].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Idee, statt scharfer Munition das Wort „Bang“ zu verwenden, erhielt die British Royal Navy 2000 den Friedens-Ig-Nobelpreis [13]. Doch für den Friedens-Ig-Nobelpreis muss es nicht immer so frei von Waffen zugehen. A. Zuokas erhielt den Preis für seine videodokumentierte Demonstration, dass das Problem mit falschgeparkten Luxusautos gelöst werden könne, indem man mit einem Panzer drüberfährt [14].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere interessante Forschungsprojekte, die einen Ig-Nobelpreis erhalten haben, findet ihr auf der Internetseite des Ig-Nobelpreisgründers Marc Abrahams:&nbsp; <a href="https://improbable.com/ig/winners/">https://improbable.com/ig/winners/</a>. Es lohnt sich wirklich, denn es gibt fast alles: Software, die erkennt, wann eine Katze über die Tastatur läuft, Voodoo-Puppen für den Chef und Fluchmotivation beim Autofahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h1 class="wp-block-heading has-large-font-size">Selbstexperimente der besonderen Art</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Von sich auf andere schließen, ist etwas, was wir alle ständig tun. Mit der Annahme, ein für die Grundgesamtheit repräsentatives Individuum zu sein, machten sich einige Wissenschaftler:innen abseits der Doppelblindstudien daran, ihre Hypothesen zuerst an sich selbst zu testen. Der uns allen bekannte Sigmund Freud führte beispielsweise Selbstversuche mit Kokain durch [15].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch andere Forscher:innen brachten ihren Körper für die Wissenschaft in Gefahr. Angst um das eigene Leben? Fehlanzeige! So testete der Arzt Werner Forßmann in den 1920ern, ob es möglich war, einen Herzkatheter durch eine Ader in der Ellenbeuge einzusetzen. Es funktionierte tatsächlich: Er selbst setzte sich den Katheter erfolgreich ein [16].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicolae Minovici erlangte die Erkenntnis, dass Personen beim Erhängen nicht durch Ersticken, sondern durch die unterbrochene Blutzufuhr zum Gehirn sterben. Wie er das herausfand? Er strangulierte sich insgesamt zwölfmal selbst und in einem Versuch hing er sogar mit vollem Gewicht in einer sich zusammenziehenden Schlinge. Folge waren Blutergüsse und eine Kehlkopffraktur [17].</p>



<p class="wp-block-paragraph">John Paul Stapp wollte in den 1940/50ern herausfinden, wie viel Einwirkung von Beschleunigungskräften ein Mensch überleben kann. Sein Raketenschlitten in der Wüste, in dem er viele Male höchst persönlich saß, beschleunigte innerhalb weniger Sekunden auf bis zu 1017&nbsp;km/h, um gleich danach wieder innerhalb weniger Sekunden abzubremsen. Dabei lieferte Stapp seinen Körper dem bis zu 46-fachen der Erdbeschleunigung aus, brach sich mehrere Rippen und erlitt Verbrennungen aufgrund des Wüstensands sogar trotz Schutzkleidung [18].</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h1 class="wp-block-heading has-large-font-size">Abseits des Unterhaltsamen: Studien, die heute kein Ethikvotum bekommen würden</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meiner Recherche bin ich leider nicht nur auf witzige Forschungsprojekte oder spektakuläre und teilweise absurde Selbstexperimente gestoßen, sondern auch auf die dunklen Abgründe der Forschung. Wissenschaftler:innen setzten nicht nur sich selbst drastischen Prozeduren aus, sondern auch Proband:innen hatten einiges zu durchleiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Proband:innen vor mitunter barbarischen Versuchen zu schützen, wurde Ende der 1960er die erste Ethikkommission in den USA eingerichtet [19]. In Deutschland wurde die ersten Ethikkommission 1973 an den Unis in Ulm und Göttingen gegründet [20]. Ethikkommission, braucht man das? Psycholog:innen sind doch von Hause aus empathische Menschen. Richtig? Falsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte euch vier Studien, die heute kein Ethikvotum bekommen würden, vorstellen. Diese sind Beispiele für die haarsträubenden Forschungspraktiken, die jedoch in keinster Weise das ganze grausame Ausmaß abbilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Beispiel des kleinen Alberts werden die meisten von uns aus der Uni kennen. 1920 war es vollkommen in Ordnung einem 11&nbsp;Monate altem Kind eine Tierphobie zu induzieren. Dies geschah, indem man ihm eine weiße Ratte zeigte und zeitgleich einen lauten Knall erzeugte. Nach mehreren Durchgängen reagierte Albert mit starker Angst auf die Ratte. Diese Angstreaktion wurde sogar auf andere Tiere mit Fell generalisiert. Eine Gegenkonditionierung fand nicht statt. Alles für die Erkenntnisse zum klassischen Konditionieren [21].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war jedoch nicht das einzige Mal, dass Kinder bei sehr fragwürdigen Studien zum Versuchsobjekt wurden. Im Rahmen der Monsterstudie testete Wendell Johnson 1939 seine Hypothese, dass Stottern bei Kindern durch Verunsicherung aufgrund der Korrektur von kleinen sprachlichen Fehlern durch Eltern und Lehrer:innen ausgelöst werde. Dafür unterzog er in einem Waisenhaus Kinder mit einer normalen Sprachentwicklung einer vermeintlichen Sprachtherapie. Dabei wurden die Kinder auf winzige Fehler angesprochen, zum Kontrollieren ihrer Sprache angehalten und kontraproduktive Gegenmaßnahmen angewandt. Infolgedessen wiesen fünf von sechs behandelten Kindern Sprachprobleme auf [22].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch viele Jahrzehnte später bedienten sich Forschende noch sehr bedenklichen Studiendesigns. Um herauszufinden, ob die Brutalität von Wärter:innen in Gefängnissen auf die Gefängnis-Situation oder eine sadistische Persönlichkeit zurückzuführen sei, entwickelte Zimbardo das Stanford-Prison-Experiment. Hier wurden den Versuchspersonen (24 Männer) zufällig die Rolle als Gefangener oder Wärter zugeteilt. Schnell zeigte sich, dass die Wärter ihre Machtposition ausnutzten. Die Gefangenen bekamen Nummern statt Namen, wurden öffentlich gedemütigt und mussten Liegestütze als körperliche Bestrafung machen. Nach der Niederschlagung eines Aufstandes wurde der Zusammenhalt zwischen den Gefangenen durch die Wärter gebrochen, indem sie die Gefangenen in gut und schlecht einteilten. Gute Gefangene bekamen Privilegien wie sich waschen oder zur Toilette gehen zu dürfen. Für schlechte Gefangene gab es Eimer anstatt eines Toilettengangs. Nach sechs Tagen – nicht mal die Hälfte der ursprünglich geplanten Zeit – brachen die Experimentator:innen den Versuch ab. Aber dennoch waren es sechs Tage, die die Experimentator:innen den emotionalen Zusammenbrüchen der Gefangenen und den Demütigungen durch die Wärter zusahen [23].&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">1983 lief an der University of California at Los Angeles (UCLA) ein Experiment zur Vorhersage von Psychosen. Eingeschlossen wurden Personen, die die Kriterien für eine Schizophrenie erfüllten. Den Proband:innen wurden die Medikamente abgesetzt, was zu Rückfällen führte. Sowohl die Aufklärung vorher als auch die Überwachung der Patient:innen währenddessen war unzureichend. Ein Proband der Studie, Antonio LaMadrid, sprang im Rahmen seines Rückfalls von einem Campus-Gebäude der UCLA und verstarb [24].</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h1 class="wp-block-heading has-large-font-size">Humoristische Einstreuungen in Papern</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesen vier grausigen Studien, die leider nur ein winziger Ausschnitt dessen sind, was Proband:innen psychologischer Experimente im letzten Jahrtausend erdulden mussten, möchte ich meinen Artikel jedoch mit etwas Schönem beenden: Forschungsberichte, die einem nicht vor Schock über die Grausamkeit einen kalten Schauer über den Rücken jagen, sondern Paper, die ein Lächeln auf die Lippen zaubern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eingangs beschrieben publizierte D. Upper im <em>Journal of applied behavior analysis</em> eine leere Seite [1]. Doch da gibt es noch mehr.&nbsp; Auch in erstgemeinten Artikeln versteckt sich manchmal etwas zum Schmunzeln und jede Menge Kreativität. Zum Beispiel schrieben Bunnett &amp; Kearley (1971) ein Paper in Versform (siehe Abbildung) [25].&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Acknowledgements haben ebenfalls Potential. C. Brown nutzte sie beispielsweise, um seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen [26]. Doch nicht immer dienen die Ackowledgements Dank oder Liebe. Chierichetti et al. (2010) schrieben unter der Überschrift <em>Unacknowledgements</em> „This work is ostensibly supported by the the Italian Ministry of University and Research under the FIRB program, project RBIN047MH9-000. The Ministry however has not paid its dues and it is not known whether it will ever do.” [sic] [27].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal muss man aber gar nicht bis zu den (Un)aknowledgements runterscrollen, sondern man erkennt den Humor der Autor:innen bereits am Titel. Meine persönlichen Top Ten der witzigsten Titel:<br><em>Platz 10: <strong>Lasagna plots: a saucy alternative to spaghetti plots</strong> [28]<br>Platz 9: <strong>AMPK wars: the VMH strikes back, return of the PVH </strong>[29]<br>Platz 8: <strong>Everything you always wanted to know about sex &#8230; in flies</strong> [30]<br>Platz 7: <strong>Smells Like Clean Spirit: Nonconscious Effects of Scent on Cognition and Behavior</strong> [31]<br>Platz 6: <strong>The relational model is dead, SQL is dead, and I don&#8217;t feel so good myself</strong> [32]<br>Platz 5: <strong>Fantastic yeasts and where to find them: the hidden diversity of dimorphic fungal pathogens </strong>[33]<br>Platz 4: <strong>You probably think this paper&#8217;s about you: narcissists&#8216; perceptions of their personality and reputation</strong> [34]<br>Platz 3: <strong>The mouth, the anus, and the blastopore—open questions about questionable openings</strong> [35]<br>Platz 2: <strong>Snakes on a spaceship—An overview of Python in heliophysics</strong> [36]<br>Platz 1: <strong>miR miR on the wall, who’s the most malignant medulloblastoma miR of them all?</strong> [37]</em></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:12px"><strong>Quellen</strong><br>[1] Upper D. (1974). The unsuccessful self-treatment of a case of &#8222;writer&#8217;s block&#8220;. <em>Journal of applied behavior analysis</em>, <em>7</em>(3), 497. https://doi.org/10.1901/jaba.1974.7-497a<br>[2] [6] E. Topol, R. Califf, F. Van de Werf, P. W. Armstrong et al. (1993). An International Randomized Trial Comparing Four Thrombolytic Strategies for Acute Myocardial Infarction. <em>The New England Journal of Medicine, 329</em>(10), 673–682.<br>[3] Gallus, S., Bosetti, C., Negri, E., Talamini, R., Montella, M., Conti, E. et al. (2003). Does Pizza Protect Against Cancer?. <em>International Journal of Cancer, 107</em>(2), 283-284.<br>[4] Bulut, O. C., Oladokun, D., Lippert, B. M., &amp; Hohenberger, R. (2023). Can sex improve nasal function? — An exploration of the link between sex and nasal function. <em>Ear, Nose &amp; Throat Journal</em>, <em>102</em>(1), 40-45.<br>[5] Royet, J.-P., Meunier, D., Torquet, N., Mouly, A.-M. &amp; Jiang, T. (2016). The Neural Bases of Disgust for Cheese: An fMRI Study. <em>Front. Hum. Neurosci.</em> <em>10</em>, 511. doi: 10.3389/fnhum.2016.00511<br>[6] Knols, B. (1996). On Human Odour, Malaria Mosquitoes, and Limburger Cheese<em>.</em> <em>The Lancet.</em> <em>348</em>, 1322, doi:10.1016/S0140-6736(05)65812-6<br>[7] Marazziti,D., Akiskal, H. S., Rossi, A. &amp; Cassano, G. B. (1999). Alteration of the platelet serotonin transporter in romantic love. <em>Psychological Medicine. 29</em>(3), 741–74.<br>[8] Giacomin, M. &amp; Rule, N. O. (2019). Eyebrows cue grandiose narcissism. <em>Journal of Personality, 87</em>(2), 373-385. https://doi.org/10.1111/jopy.12396<br>[9] Watanabe, S., Sakamoto, J. &amp; Wakita, M. (1995). <em>Pigeons’ Discrimination of Paintings by Monet and Picasso</em>. In: <em>Journal of the Experimental Analysis of Behavior</em>, <em>63</em>, 165–174, PMC&nbsp;1334394<br>[10] Kruger, J., &amp; Dunning, D. (1999). Unskilled and unaware of it: how difficulties in recognizing one&#8217;s own incompetence lead to inflated self-assessments. <em>Journal of personality and social psychology</em>, <em>77</em>(6), 1121<br>[11] Beseris, E. A., Naleway, S. E., &amp; Carrier, D. R. (2020). Impact protection potential of mammalian hair: Testing the pugilism hypothesis for the evolution of human facial hair. <em>Integrative organismal biology</em>, <em>2</em>(1), obaa005.<br>[12] Stephens, R., Atkins, J., &amp; Kingston, A. (2009). Swearing as a response to pain. <em>Neuroreport</em>, <em>20</em>(12), 1056-1060.<br>[13] BBC (2000). Verfügbar unter: http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/757788.stm [abgerufen: 29.05.2023, 22:23]<br>[14] Zuokas, A. (2011). Vilnius Mayor A.Zuokas Fights Illegally Parked Cars with Tank. Verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=V-fWN0FmcIU [abgerufen: 29.05.2023, 22:08]<br>[15] Schott, H. (o.D.). Freuds Selbstversuche mit Kokain als Moment seiner Selbstanalyse, Verfügbar unter: https://www.biusante.parisdescartes.fr/sfhm/hsm/HSMx1982x017xspec2/HSMx1982x017xspec2x0252.pdf [abgerufen: 22.05.2023, 12:19]<br>[16] Bröer, R. (2004). Der Herzkatheter-Selbstversuch: Dichtung und Wahrheit. <em>ÄrzteZeitung.</em> Verfügbar unter https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Der-Herzkatheter-Selbstversuch-Dichtung-und-Wahrheit-317637.html [abgerufen: 22.05.2023, 13:02]<br>[17] Hollstein, S. Hängen für die Wissenschaft, Spektrum, Verfügbar unter: https://www.spektrum.de/news/haengen-fuer-die-wissenschaft/1641836 [abgerufen: 22.05.2023, 13:44]<br>[18] Hollstein, S. (2019). Der menschliche Crashtest-Dummy. <em>Spektrum.</em> Verfügbar unter: https://www.spektrum.de/news/der-menschliche-crashtest-dummy/1675686 [abgerufen: 22.05.2023, 14:17]<br>[19] Hilpert, K. (2022). Ethikkommissionen. <em>Staatslexikon</em>. Verfügbar unter: https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Ethikkommissionen [abgerufen: 22.05.2023, 15:37]<br>[20] Arbeitskreis Medizinischer Ethik-Kommissionen (o.D.). Geschichte der Forschungsethik. Verfügbar unter https://www.akek.de/geschichte-der-forschungsethik/ [abgerufen: 22.05.2023, 15:46]<br>[21] Dorsch Lexikon der Psychologie (2016). Kleiner Albert. Hogrefe. Verfügbar unter: https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/kleiner-albert [abgerufen: 22.05.2023, 14:51]<br>[22] Paulus, J. (2003). Die amerikanische Monster-Studie. <em>Wissenschaft</em>. Verfügbar unter: https://www.wissenschaft.de/allgemein/die-amerikanische-monster-studie/ [abgerufen: 22.05.2023, 17:02]<br>[23] Zimbardo, P. G., Haney, C., Banks, W. C., &amp; Jaffe, D. (1971). <em>The Stanford prison experiment</em>. Zimbardo, Incorporated.<br>[24] Rovner, S. Y. (1992). Ethic concerns raised in schizophrenia study. <em>Washington Post</em>. Verfügbar unter: https://www.washingtonpost.com/archive/lifestyle/wellness/1992/09/29/ethics-concerns-raised-in-schizophrenia-study/92a01b0c-de57-4b30-8720-e16a5910bb5a/ [abgerufen: 22.05.2023, 16:29]<br>&nbsp;[25] Bunnett, J. F. &amp; Kearley, F. J. (1971). Comparative mobility of halogens in reactions of dihalobenzenes with potassium amide in ammonia.&nbsp; <em>J. Org. Chem,</em> <em>36</em>(1), 184–186. https://doi.org/10.1021/jo00800a036<br>[26] Brown, C. M. &amp; Henderson D. M. (2015). A New Horned Dinosaur Reveals Convergent Evolution in Cranial Ornamentation in Ceratopsidae. <em>Current Biology, 15</em>(12), 1641-1648. https://doi.org/10.1016/j.cub.2015.04.041<br>[27] Chierichetti, F., Lattanzi, S. &amp; Panconesi, A. (2010). Rumour spreading and graph conductance. In <em>Proceedings of the twenty-first annual ACM-SIAM symposium on Discrete Algorithms</em> (pp. 1657-1663). Society for Industrial and Applied Mathematics. https://doi.org/10.1137/1.9781611973075.135<br>[28] Swihart, B. J., Caffo, B., James, B. D., Strand, M., Schwartz, B. S., &amp; Punjabi, N. M. (2010). Lasagna plots: a saucy alternative to spaghetti plots. <em>Epidemiology (Cambridge, Mass.)</em>, <em>21</em>(5), 621.<br>[29] López, M. (2018). AMPK wars: the VMH strikes back, return of the PVH. <em>Trends in Endocrinology &amp; Metabolism</em>, <em>29</em>(3), 135-137.<br>[30] Arbeitman, M. N., Kopp, A., Siegal, M. L., &amp; Van Doren, M. (2010). Everything you always wanted to know about sex &#8230; in flies. Sexual development : genetics, molecular biology, evolution, endocrinology, embryology, and pathology of sex determination and differentiation, 4(6), 315–320. https://doi.org/10.1159/000320632<br>[31] Holland, R. W., Hendriks, M., &amp; Aarts, H. (2005). Smells Like Clean Spirit: Nonconscious Effects of Scent on Cognition and Behavior. Psychological Science, 16(9), 689–693. https://doi.org/10.1111/j.1467-9280.2005.01597.x<br>[32] Atzeni, P., Jensen, C. S., Orsi, G., Ram, S., Tanca, L., &amp; Torlone, R. (2013). The relational model is dead, SQL is dead, and I don&#8217;t feel so good myself. <em>ACM Sigmod Record</em>, <em>42</em>(2), 64-68.<br>[33] Van Dyke, M. C. C., Teixeira, M. M., &amp; Barker, B. M. (2019). Fantastic yeasts and where to find them: the hidden diversity of dimorphic fungal pathogens. Current opinion in microbiology, 52, 55–63. https://doi.org/10.1016/j.mib.2019.05.002<br>[34] Carlson, E. N., Vazire, S., &amp; Oltmanns, T. F. (2011). You probably think this paper&#8217;s about you: narcissists&#8216; perceptions of their personality and reputation. <em>Journal of personality and social psychology</em>, <em>101</em>(1), 185.&nbsp;<br>[35] Hejnol, A., &amp; Martindale, M. Q. (2009). The mouth, the anus, and the blastopore—open questions about questionable openings. <em>Animal Evolution: Genomes, Fossils, and Trees</em>, 33-40<br>[36] Burrell, A. G., Halford, A., Klenzing, J., Stoneback, R. A., Morley, S. K., Annex, A. M., &#8230; &amp; Ma, J. (2018). Snakes on a spaceship—An overview of Python in heliophysics. <em>Journal of Geophysical Research: Space Physics</em>, <em>123</em>(12), 10-384.<br>[37] Wang, X., Holgado, B. L., Ramaswamy, V., Mack, S., Zayne, K., Remke, M., &#8230; &amp; Taylor, M. D. (2018). miR miR on the wall, who’s the most malignant medulloblastoma miR of them all?. <em>Neuro-oncology</em>, <em>20</em>(3), 313-323.</p>
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		<title>Unsinn pur! – Unsere schönsten Psychologie-Witze</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jul 2023 04:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[LEONARDO STEENBOCK. Wie viele Psycholog:innen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? &#8211; Nur einen, aber die Glühbirne muss auch wollen! Patient: „Herr Doktor, alle hassen mich“Psychologe: „Blödsinn. Sie haben doch noch gar nicht alle getroffen.“ Ein Kind geht nachts am Schlafzimmer seiner Eltern vorbei, öffnet die Tür, schaut rein, dreht sich um und murmelt: [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">LEONARDO STEENBOCK. <em>Wie viele Psycholog:innen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? &#8211; Nur einen, aber die Glühbirne muss auch wollen!</em></p>



<span id="more-2060"></span>



<figure class="wp-block-pullquote has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Patient: „Herr Doktor, alle hassen mich“<br>Psychologe: „Blödsinn. Sie haben doch noch gar nicht alle getroffen.“</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-medium-gray-color has-text-color has-background has-small-font-size" style="background:linear-gradient(33deg,rgb(122,220,180) 0%,rgb(0,208,130) 100%)"><blockquote><p>Ein Kind geht nachts am Schlafzimmer seiner Eltern vorbei, öffnet die Tür, schaut rein, dreht sich um und murmelt: &#8222;Und mich wollen die zum Psychologen schicken, weil ich am Daumen lutsche!&#8220;</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Warum hatte Ivan Pavlov so weiches Haar? – Classical Conditioning</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-light-green-cyan-to-vivid-green-cyan-gradient-background has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Ein Mann sitzt in einer psychologischen Untersuchung.<br>Der Psychologe malt ein Dreieck und fragt: &#8222;Woran denken Sie, wenn Sie das sehen?&#8220; &#8211; &#8222;An Sex&#8220;, antwortet der Patient.<br>Der Psychologe malt einen Kreis und fragt wieder: &#8222;Woran denken Sie, wenn Sie das sehen?&#8220; &#8211; &#8222;An Sex&#8220;, antwortet der Patient.<br>Der Psychologe malt ein Viereck und fragt wieder: &#8222;Und woran denken Sie, wenn Sie das sehen?&#8220; &#8211; &#8222;An Sex&#8220;, sagt der Patient.<br>Der Psychologe: &#8222;Sie denken immer nur an das Eine!&#8220; Der Patient: &#8222;Wer malt denn hier die ganze Zeit diesen Schweinkram?&#8220;</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Eine Mutter holt ihren Sohn vom Psychoanalytiker ab. <br>&#8222;Und&#8220;,  fragt sie neugierig, &#8222;was hat er gesagt?&#8220;<br>&#8222;Ich hätte einen Ödipus- Komplex&#8220;, antwortet der Sohn. &#8222;Ach, so ein Quatsch! Hauptsache, du hast deine Mami lieb.&#8220;</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-light-green-cyan-to-vivid-green-cyan-gradient-background has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Zwei forensische Psychologinnen kommen aus der Kneipe und sehen jemanden zusammengeschlagen auf dem Bürgersteig liegen – bewusstlos, blutüberströmt und so weiter. Sagt die eine zur anderen: &#8222;Du, der, der das gemacht hat, dem müssen wir echt helfen!&#8220;</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-small-font-size"><blockquote><p><strong>Ein Mensch fragt: &#8222;Wo geht es hier zum Bahnhof?&#8220; Es antwortet&#8230;</strong><br><br><strong>&#8230; die Gesprächstherapeutin:</strong> &#8222;Sie wissen nicht, wo der Bahnhof ist, und das macht Sie nicht nur traurig, sondern auch ein Stück weit wütend.&#8220;<br><br><strong>&#8230; der Tiefenpsychologe:</strong> &#8222;Sie wollen verreisen?&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Psychoanalytikerin:</strong> &#8222;Sie meinen dieses lange dunkle Gebäude, wo die Züge immer rein und raus, rein und raus&#8230; fahren?&#8220;<br><br><strong>&#8230; der Gestalttherapeut:</strong> &#8222;Du, lass das voll zu, dass Du zum Bahnhof willst.&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Verhaltenstherapeutin</strong>: &#8222;Heben Sie den rechten Fuß, schieben Sie ihn vor, setzen Sie ihn jetzt auf. Sehr gut. Hier haben Sie ein Bonbon.&#8220;<br><br>&#8230; <strong>der Psychiater:</strong> &#8222;Bahnhof? Zugfahren? Welche Klasse?&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Neurologin:</strong> &#8222;Sie haben also die Orientierung verloren. Passiert Ihnen das öfter?&#8220;<br><br>&#8230; <strong>der systemische Familientherapeut:</strong> &#8222;Was glauben Sie, denkt Ihre Schwester, was Ihre Eltern fühlen, wenn die hören, dass Sie zum Bahnhof wollen?&#8220;<br><br><strong>&#8230; die Kurzzeittherapeutin:</strong> &#8222;Stellen Sie sich vor: plötzlich geschieht ein Wunder und Sie sind schon am Bahnhof. Was ist anders dadurch?&#8220;<br><br>&#8230; <strong>der Sozialpädagoge:</strong> &#8222;Ich weiß nicht, aber es ist gut, dass wir darüber reden können.&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Psychodramatherapeut</strong>in: &#8222;Zum Bahnhof. Fein. Das spielen wir mal durch. Geben Sie mir Ihren Hut, ich gebe Ihnen meine Jacke und dann &#8230;&#8220;<br><br>&#8230; <strong>der Pädagoge:</strong> &#8222;Ich weiß natürlich, wo der Bahnhof ist. Aber ich denke, dass es besser für Dich ist, wenn Du es selbst herausfindest.&#8220;<br><br><strong>&#8230; die humanistische Psychotherapeutin: </strong>&#8222;Wenn Du da wirklich hinwillst, wirst Du den Weg auch finden.&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Sozialarbeiterin:</strong> &#8222;Ich hab keine Ahnung, wo der Bahnhof ist, aber ich fahre Sie schnell hin.&#8220;</p></blockquote></figure>
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		<title>Über Humor, Lachen und den Sinn des Unsinns</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Adventsartikel]]></category>
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					<description><![CDATA[„Kommen ein Priester, ein Ire und eine Blondine in ‘ne Bar&#8230;“ LEONARDO STEENBOCK. Von absurden Webespots über lustige Poetry-Slammer bis hin zum typischen Papa-Witz am Mittagstisch – Humor ist allgegenwärtig. Doch was macht eine Sache überhaupt witzig? Warum lachen wir? Und was bringt es dem Menschen über Dinge zu scherzen? Genau diesen Fragen möchte ich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="has-large-font-size wp-block-heading">„Kommen ein Priester, ein Ire und eine Blondine in ‘ne Bar&#8230;“</h1>



<p class="wp-block-paragraph">LEONARDO STEENBOCK. <strong>Von absurden Webespots über lustige Poetry-Slammer bis hin zum typischen Papa-Witz am Mittagstisch – Humor ist allgegenwärtig. Doch was macht eine Sache überhaupt witzig? Warum lachen wir? Und was bringt es dem Menschen über Dinge zu scherzen? Genau diesen Fragen möchte ich im folgenden Artikel auf den Grund gehen und euch auf dem Weg vielleicht sogar das ein oder andere Mal zum Lachen oder zumindest zum amüsierten Ausatmen durch die Nase zu bringen.</strong></p>



<span id="more-1940"></span>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich glaube diese beiden Kanutisten da unten am See sind nackt“, sagt der Vater meiner damaligen Freundin, als er bei einem Urlaub in Schweden mit dem Fernglas die Kanus betrachtet. Erwartungsvoll erwidere ich: „Also sind es wohl eher Kanudisten!“ Die Reaktion ist meistens dieselbe. Ich lache über meinen eigenen Witz, eine andere Person lacht eventuell noch mit, doch die überwiegende Mehrheit rollt mit den Augen. Dabei waren Wortwitze einst allgemein geachtet und galten als Zeichen höheren Intellekts. In der Renaissance zum Beispiel bauten Richter Wortspiele in ihre Urteilssprüche ein und sogar verurteilte Straftäter machten am Galgen noch Wortwitze, um dem Publikum durch ihre geistige Wendigkeit zu beweisen, dass sie gar keine so schlechten Kerle waren – waschechter Galgenhumor also. Nicht zuletzt spielte William Shakespeare in  seinen Stücken immer wieder mit Mehrdeutigkeiten und ging damit in die Geschichte ein. Erst die Epoche der Aufklärung sorgte mit ihrem Fokus auf die Vernunft dafür, dass unsachliche und zweideutige Kommentare in Ungnade fielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sind wir als Gesellschaft also kollektiv humorlos geworden? Sicherlich nicht. Zum einen halten clevere Rap-Künstler:innen und gut geschriebene Sitcoms den Wortwitz fleißig weiter am Leben. Zum anderen gibt es auch noch viele weitere Arten Humor auszudrücken. Im Jahr 2008 beschrieben Schlicksupp und Krause ganze 25 verschiedene Humorstrategien, welche die Diplom-Psychologin Christina Dornhaus (2016) zum Zweck eines Humor-Coachings in sechs übergeordnete Kategorien aufteilte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-accent-color">SECHS HUMORSTRATEGIEN</mark><br>Beim eben besprochenen Wortwitz macht man sich meist „Wörtlichkeit“ und „Mehrdeutigkeit“ zu Nutze, da man hier versucht Aussagen außerhalb ihres Kontextes zu interpretieren bzw. Formulierungen absichtlich so zu wählen, dass sie in mehrere Richtungen verstanden werden können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch „Analogien“ sind vor allem bei verbalem Humor eine nützliche Strategie, um Menschen zum Lachen zu bringen. Wenn also jemand sagt: „Mein Leben ist wie ein Rihanna Song – Work, Work, Work und den Rest verstehe ich nicht“, dann sind es nicht unbedingt die einzelnen Elemente, die wir als lustig empfinden, sondern eher, dass diese beiden scheinbar unzusammenhängenden Dinge in Beziehung zueinander gesetzt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo wir gerade bei Beziehungen sind, auch Erfolgs-Comedian Mario Barth bedient sich mit seiner „Meine Freundin, kennste? Kennste?“-Routine einer der einfachsten Humorstrategien: „Extreme“.  Das Spielen mit Klischees ist in dem klassischen Witz, den man sich in einer Runde von Freund:innen erzählt, wohl am häufigsten zu finden. Fast jeder kennt  Erzählungen, die mit Sätzen wie „Kommen ein Priester, ein Ire und eine Blondine in ‘ne Bar“ beginnen und man kann sich schon in etwa vorstellen, welcher der Charaktere was für Eigenschaften aufweist. Aber auch die extreme Darstellung einer unglaublichen Pechsträhne, wie es Charlie Chaplin ganz ohne Worte in so vielen seiner Filme tut, fällt unter diese Strategie, bei der es vor allem darum geht, bestimmte Sachverhalte oder Aussagen besonders groß oder klein zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Stichwort „Gegenteil“ fasst Dornhaus Strategien zusammen, bei denen mit Erwartungen gespielt wird und Situationen umgekehrt werden. Gerade die Comicverfilmungen von Marvel Studios sorgen häufig dadurch für Lacher, dass Held:innenfiguren, die wir normalerweise als mit Pathos dargestellte Übermenschen kennen, urplötzlich einen unerwartet menschlichen Moment haben (wie z.B. als der Donnergott Thor mitten in der finalen Schlacht die U-Bahn nehmen muss, um an den Ort des Geschehens zurück zu gelangen). Ähnliche Prinzipien macht sich ebenso folgender Witz zu Nutze: „Was bekommt man, wenn man einen Witz mit einer rhetorischen Frage kreuzt?“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt kommen wir einmal auf die Käse-Theorie zu sprechen. Kennt ihr nicht? Lasst mich sie euch erklären: Je mehr Käse man hat, desto mehr Löcher hat man im Käse. Aber je mehr Löcher im Käse sind, desto weniger Käse hat man natürlich. In der Schlussfolgerung bedeutet dies so gesehen also: Je mehr Käse, desto weniger Käse! In diesem Beispiel findet die letzte Humorstrategie „Absurdität“ Verwendung, bei der man Logik und anerkannte Sätze in Frage bzw. auf den Kopf stellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-accent-color">DREI HUMORTHEORIEN</mark><br>Mit Hilfe dieser sechs Strategien können wir also Humor effektiv verwenden. Aber was genau passiert bei unserem Gegenüber oder auch bei uns, wenn wir  Witze reißen? In ihrer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Jahr 2008 stellen die Psychologinnen Wilkins und Eisenbaum drei Theorien vor, die die Funktionsweise von Humor zu erklären versuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der „Incongruity Theorie“ müssen wir erst die typischen Muster unserer Realität rational verstanden haben, bevor Humor überhaupt funktioniert. Denn Menschen lachen über Dinge, die sie überraschen oder die akzeptierten Muster durchbrechen. Etwas Lustiges entsteht also dadurch, dass wir kognitiv sowohl eine normentsprechende Ansicht auf eine Situation als auch eine normabweichende gleichzeitig verarbeiten müssen. Deswegen finden wir politische Witze zum Beispiel als Kinder weniger witzig, als wenn wir erwachsen sind – wir haben die entsprechenden Muster noch nicht genug verstanden, um die Abweichungen wahrzunehmen. Über neurologische bildgebende Verfahren kann man sogar beobachten, dass bei dem Verarbeiten von Cartoons die gleiche Hirnaktivität zu beobachten ist, wie beim Verarbeiten von Inkongruenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Superiority Theory“ dagegen setzt einen Schwerpunkt auf  sozialpsychologische Phänomene. So dient das Lachen über andere, die sozialen Normen nicht entsprechen, zum einen als Ersatz für Aggression und erhält damit die soziale Ordnung aufrecht. Zum anderen sorgt es dafür, dass das Einheitsgefühl einer Gruppe gestärkt wird. Das mag zunächst einmal fies klingen, ist aber der Grundstein des Erfolgs vieler heutiger Fernsehformate. Wenn wir uns in unserem Freundeskreis bei der Umstyling-Folge von Germany’s Next Topmodel über „Heidi’s Mädchen“ amüsieren, weil diese nach 12 Staffeln immer noch schockiert darüber sind, dass ihnen die Haare abgeschnitten werden, bekräftigt uns dies in dem Glauben, dass wir dagegen die Schlauen sind, die alles richtig gemacht haben. Ob dem tatsächlich so ist, sei einmal dahingestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dritte Theorie, die „Relief Theorie“ besagt, dass vor allem die physische Reaktion des Lachens zu einer Reduktion von körperlichem Stress und Anspannung führt, was wiederum ein Gefühl von Heiterkeit und Erleichterung auslöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-accent-color">∞-ER NUTZEN VON HUMOR</mark><br>Somit wissen wir jetzt also in etwa, wie Humor wirkt und funktioniert. Bleibt nur noch die Frage: Wozu der ganze Spaß? Dornhaus entwickelte ihr Humor-Coaching zur Förderung von Kreativität und Innovation am Arbeitsplatz, da durch Humor alte Denkweisen durchbrochen werden können. Wilkins und Eisenbraun hingegen fokussierten sich in ihrer Arbeit besonders auf die Funktion von Lachen und  Humor als Coping-Mechanismus. Aufgrund der oben beschriebenen Wirkungsweisen hat ein Witz nämlich die Kraft negativen Affekt in positiven zu transformieren. „Harry Potter“-Fans mag hier direkt der Teil der Geschichte einfallen, in dem die jungen Hexen und Zauberer einen angsteinflößenden Irrwicht mit Hilfe des „Riddikulus“-Zaubers in etwas Lächerliches verwandeln und somit bezwingen. Und genauso ist es: Bedrohliche Situationen können mit Hilfe von Humor neu bewertet und einfacher überwunden werden. Man kann also sagen, dass er für den Menschen ein Überlebenswerkzeug darstellt. Neben einer erhöhten psychischen Resilienz, haben ein guter Sinn für Humor und häufiges Lachen außerdem noch physiologischen Vorteile: Die Ergebnisse von Hayashi und Kollegen (2009) ließen den Schluss zu, dass Lachen der Verschlimmerung  diabetischer Neuropathie vorbeugen kann. Kimata (2004) zeigte, dass sich das Anschauen von lustigen Filmen positiv auf die Lungenfunktion von Asthma-Patienten auswirkte. Und eine Studie der University of Maryland aus dem Jahr 2005 stellte fest, dass der physische Akt des Lachens ähnliche Effekte auf den Blutkreislauf hat wie leichte Aerobic-Übungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurzum: Lachen ist gesund. Wobei es für dieses simple Fazit vermutlich keiner intensiven Forschung bedurft hätte. Schließlich sagte ein deutscher Philosoph namens Immanuel im 18. Jahrhundert bereits: „Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.“ Die seelenheilende Funktion des Lachens war also auch schon vor über 200 Jahren beKant&#8230; versteht ihr? Kant? Wegen Immanuel. Nein? Zu flach? Ihr habt schon wieder die Augen gerollt, oder?</p>



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<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:12px"><strong>Quellen:</strong><br>Dornaus, C. (2016). Humor als Förderfaktor für Innovationen: Analyse eines Innovationscoachings und Entwicklung eines theoretischen Modells (qualitative Einzelfallstudien) (Vol. 24). University of Bamberg Press.<br><br>Pollack, J. (2012). The pun also rises: How the humble pun revolutionized language, changed history, and made wordplay more than some antics. Avery.<br><br>Schlicksupp, H., &amp; Krause, T. (2008). Humor als Katalysator für Kreativität und Innovation. Vogel.<br><br>Wilkins, J., &amp; Eisenbraun, A. J. (2009). Humor theories and the physiological benefits of laughter. Holistic nursing practice, 23(6), 349-354.</p>
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