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	<title>sinn &#8211; Psycho-Path WordPress-Seite</title>
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	<description>Zeitung, Veranstaltungen von und für Psychologie-Studierende und jede Menge Süßes</description>
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	<title>sinn &#8211; Psycho-Path WordPress-Seite</title>
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		<title>Unsinn pur! – Unsere schönsten Psychologie-Witze</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jul 2023 04:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[LEONARDO STEENBOCK. Wie viele Psycholog:innen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? &#8211; Nur einen, aber die Glühbirne muss auch wollen! Patient: „Herr Doktor, alle hassen mich“Psychologe: „Blödsinn. Sie haben doch noch gar nicht alle getroffen.“ Ein Kind geht nachts am Schlafzimmer seiner Eltern vorbei, öffnet die Tür, schaut rein, dreht sich um und murmelt: [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">LEONARDO STEENBOCK. <em>Wie viele Psycholog:innen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? &#8211; Nur einen, aber die Glühbirne muss auch wollen!</em></p>



<span id="more-2060"></span>



<figure class="wp-block-pullquote has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Patient: „Herr Doktor, alle hassen mich“<br>Psychologe: „Blödsinn. Sie haben doch noch gar nicht alle getroffen.“</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-medium-gray-color has-text-color has-background has-small-font-size" style="background:linear-gradient(33deg,rgb(122,220,180) 0%,rgb(0,208,130) 100%)"><blockquote><p>Ein Kind geht nachts am Schlafzimmer seiner Eltern vorbei, öffnet die Tür, schaut rein, dreht sich um und murmelt: &#8222;Und mich wollen die zum Psychologen schicken, weil ich am Daumen lutsche!&#8220;</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Warum hatte Ivan Pavlov so weiches Haar? – Classical Conditioning</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-light-green-cyan-to-vivid-green-cyan-gradient-background has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Ein Mann sitzt in einer psychologischen Untersuchung.<br>Der Psychologe malt ein Dreieck und fragt: &#8222;Woran denken Sie, wenn Sie das sehen?&#8220; &#8211; &#8222;An Sex&#8220;, antwortet der Patient.<br>Der Psychologe malt einen Kreis und fragt wieder: &#8222;Woran denken Sie, wenn Sie das sehen?&#8220; &#8211; &#8222;An Sex&#8220;, antwortet der Patient.<br>Der Psychologe malt ein Viereck und fragt wieder: &#8222;Und woran denken Sie, wenn Sie das sehen?&#8220; &#8211; &#8222;An Sex&#8220;, sagt der Patient.<br>Der Psychologe: &#8222;Sie denken immer nur an das Eine!&#8220; Der Patient: &#8222;Wer malt denn hier die ganze Zeit diesen Schweinkram?&#8220;</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Eine Mutter holt ihren Sohn vom Psychoanalytiker ab. <br>&#8222;Und&#8220;,  fragt sie neugierig, &#8222;was hat er gesagt?&#8220;<br>&#8222;Ich hätte einen Ödipus- Komplex&#8220;, antwortet der Sohn. &#8222;Ach, so ein Quatsch! Hauptsache, du hast deine Mami lieb.&#8220;</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-light-green-cyan-to-vivid-green-cyan-gradient-background has-background has-small-font-size"><blockquote><p>Zwei forensische Psychologinnen kommen aus der Kneipe und sehen jemanden zusammengeschlagen auf dem Bürgersteig liegen – bewusstlos, blutüberströmt und so weiter. Sagt die eine zur anderen: &#8222;Du, der, der das gemacht hat, dem müssen wir echt helfen!&#8220;</p></blockquote></figure>



<figure class="wp-block-pullquote has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-small-font-size"><blockquote><p><strong>Ein Mensch fragt: &#8222;Wo geht es hier zum Bahnhof?&#8220; Es antwortet&#8230;</strong><br><br><strong>&#8230; die Gesprächstherapeutin:</strong> &#8222;Sie wissen nicht, wo der Bahnhof ist, und das macht Sie nicht nur traurig, sondern auch ein Stück weit wütend.&#8220;<br><br><strong>&#8230; der Tiefenpsychologe:</strong> &#8222;Sie wollen verreisen?&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Psychoanalytikerin:</strong> &#8222;Sie meinen dieses lange dunkle Gebäude, wo die Züge immer rein und raus, rein und raus&#8230; fahren?&#8220;<br><br><strong>&#8230; der Gestalttherapeut:</strong> &#8222;Du, lass das voll zu, dass Du zum Bahnhof willst.&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Verhaltenstherapeutin</strong>: &#8222;Heben Sie den rechten Fuß, schieben Sie ihn vor, setzen Sie ihn jetzt auf. Sehr gut. Hier haben Sie ein Bonbon.&#8220;<br><br>&#8230; <strong>der Psychiater:</strong> &#8222;Bahnhof? Zugfahren? Welche Klasse?&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Neurologin:</strong> &#8222;Sie haben also die Orientierung verloren. Passiert Ihnen das öfter?&#8220;<br><br>&#8230; <strong>der systemische Familientherapeut:</strong> &#8222;Was glauben Sie, denkt Ihre Schwester, was Ihre Eltern fühlen, wenn die hören, dass Sie zum Bahnhof wollen?&#8220;<br><br><strong>&#8230; die Kurzzeittherapeutin:</strong> &#8222;Stellen Sie sich vor: plötzlich geschieht ein Wunder und Sie sind schon am Bahnhof. Was ist anders dadurch?&#8220;<br><br>&#8230; <strong>der Sozialpädagoge:</strong> &#8222;Ich weiß nicht, aber es ist gut, dass wir darüber reden können.&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Psychodramatherapeut</strong>in: &#8222;Zum Bahnhof. Fein. Das spielen wir mal durch. Geben Sie mir Ihren Hut, ich gebe Ihnen meine Jacke und dann &#8230;&#8220;<br><br>&#8230; <strong>der Pädagoge:</strong> &#8222;Ich weiß natürlich, wo der Bahnhof ist. Aber ich denke, dass es besser für Dich ist, wenn Du es selbst herausfindest.&#8220;<br><br><strong>&#8230; die humanistische Psychotherapeutin: </strong>&#8222;Wenn Du da wirklich hinwillst, wirst Du den Weg auch finden.&#8220;<br><br>&#8230; <strong>die Sozialarbeiterin:</strong> &#8222;Ich hab keine Ahnung, wo der Bahnhof ist, aber ich fahre Sie schnell hin.&#8220;</p></blockquote></figure>
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		<title>Dem Leben die Hand reichen &#8211;Probleme und Perspektiven derSinnfrage</title>
		<link>https://psycho-path.de/dem-leben-die-hand-reichen-probleme-und-perspektiven-dersinnfrage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[web9843]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jan 2023 04:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#34 Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[#mehr_unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>
		<category><![CDATA[yvonne-friedrich]]></category>
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					<description><![CDATA[YVONNE FRIEDRICH. Ich bücke mich, um meine Schnürsenkel zu binden.Ich studiere, um einen rentablen Beruf ergreifen zu können.Ich blättere in der Zeitung, um meine Langeweile zu vertreiben.Ich denke, um zu verstehen.Schreibe, um verstandenund am Ende wieder vergessen zu werden. Es gibt kaum eine Handlung im Leben,um deren Sinn und Zweck wir wirklich verlegen wären.Außer vielleicht:dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">YVONNE FRIEDRICH.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bücke mich, um meine Schnürsenkel zu binden.<br>Ich studiere, um einen rentablen Beruf ergreifen zu können.<br>Ich blättere in der Zeitung, um meine Langeweile zu vertreiben.<br>Ich denke, um zu verstehen.<br>Schreibe, um verstanden<br>und am Ende wieder vergessen zu werden.</p>



<span id="more-1970"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt kaum eine Handlung im Leben,<br>um deren Sinn und Zweck wir wirklich verlegen wären.<br>Außer vielleicht:<br>dem Leben selbst.<br>Wie schmerzhaft,<br>wenn unsere heilige Ratio<br>das zerlegt, was die Basis unserer Existenz bilden soll.<br>Wenn unsere sauberen Finalketten nicht greifen.<br>Weil es nichts gibt,<br>um sie daran aufzuhängen.<br>Weil das schwächste Glied<br>das erste und das letzte sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 1: Gib mir eine Aufgabe und ich messe mich daran!</strong><br>Kinder kriegen.<br>Geld verdienen.<br>Welt retten.<br>Und am Ende unseres Lebens,<br>da gibt es welche, die es geschafft haben<br>auf einer Likert-Skala von 1 bis 5.<br>Und solche, die am unteren Ende<br>der Gaußschen Verteilung landen.<br>Schade.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 2: Jeder ist seines Glückes Schmied</strong><br>Wieso sollte irgendjemand<br>auf dieser Erde<br>das Recht haben,<br>mir vorzuschreiben,<br>wozu ich da bin?<br>Wegen Befangenheit disqualifiziert.<br>Soll doch jeder selber wissen.<br>Was er daraus macht.<br>Und ob’s ihm gefällt.<br>Die absolute Subjektivierung von Sinn:<br>Familie, Freunde, Nächstenliebe.<br>Blumen gießen oder Briefmarken sammeln.<br>Irgendwie seltsam.<br>Das kann mir doch keiner erzählen,<br>dass alles erlaubt ist<br>und sich niemand an der Moral probiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 3: Irgendwas Moralisches</strong><br>Lasst uns Gutes tun.<br>Oder es zumindest versuchen.<br>Und dann als Lehrer falsche Theorien verbreiten.<br>Als Politiker ein schädliches System unterstützen.<br>Als Mutter einen Amokläufer großziehen.<br>Oder als Physiker die Atombombe erfinden.<br>Was wäre, wenn uns das aus Versehen passiert?<br>Lieber nicht.<br>Aber was wäre, wenn<br>die Welt so gemacht ist, dass<br>Gutes auf der einen Seite<br>Leid auf der anderen bringt.<br>Zwangsläufig.<br>Als Naturgesetz menschlicher Wahrnehmung.<br>Der Energieerhaltung verpflichtet.<br>Und dem ökologischen Gleichgewicht.<br>Oder was meinst du &#8211;<br>wenn alle Menschen 100.000 Jahre lang die Welt verbessern,<br>ist es dann nicht mal soweit?<br>Für die bessere Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 3: Kein für uns erfassbarer Sinn</strong><br>Vielleicht gibt es einen überirdischen Sinn,<br>der, weil mit menschlicher Sprache erfragt<br>mit menschlicher Ratio und Konstrukten nicht begreifbar ist.<br>Aber das Wissen, dass da was sein könnte,<br>lässt mich aufatmen.<br>Zurücklehnen.<br>Ein bisschen gesucht. Ein bisschen gefunden.<br>Pflicht erfüllt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 4: Es gibt ihn nicht und das ist ok</strong><br>Schweißnass, schwer atmend, aber glücklich<br>&#8211; so kennen wir ihn:<br>den Mythos des Sisyphos.<br>Von den Griechen ersonnen<br>und durch Camus verstanden.<br>Die Analogie des Felsbrockens,<br>der Tag für Tag<br>laut polternd ins Tal zurückrollt.<br>Weil das Leben absurd ist<br>und sich immer im Spannungsfeld<br>zwischen der unbändigen Sehnsucht nach Sinn<br>und dem glorreichen Scheitern der Suche derselben<br>den Berg hinaufzwingt.<br>Die Antwort sei einfach:<br>Erkenne dies und du wirst frei sein!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 5: Falsche Frage</strong><br>Monsieur Arrogance par excellence<br>wird keine Sekunde seines Lebens dieser Suche widmen.<br>Er weiß Bescheid.<br>Über den Fehler.<br>Den grundsätzlichen. In der Frage.<br>Per definitionem zum Unsinn verdammt.<br>Glücklicherweise.<br>Ist sie irrelevant.<br>Und Ausdruck geistiger Schwäche.<br>Schäm dich.<br>Denn was erwartest du?<br>Wie soll etwas<br>entweder aus sich selbst heraus<br>oder in Bezug zu etwas Äußerem<br>erklärt werden können,<br>wo es doch selbst alles,<br>also auch das Äußerste,<br>umfasst?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 6: Carpe diem</strong><br>Und den Moment dazu.<br>Atme tief ein.<br>Die Blumen, die Liebe,<br>den Gestank und das Versagen.<br>Das Leben als Selbstzweck.<br>Sei dir selbst genug.<br>Es lebt sich doch gar nicht schlecht.<br>So im Grünen. Unter Gleichgesinnten.<br>Mit Glückskeksen und dem literarischen Katzenkalender.<br>Ein hoch auf die Lebensberatung.<br>Ab und zu ein Stückchen Schokolade.<br>Ausatmen nicht vergessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 7: Selbstreflektion</strong><br>Warum frage ich überhaupt?<br>Komme ja doch nicht vorwärts.<br>Lebe ich nicht gut und gern – auch ohne Antwort?<br>Aber wenn ich nicht frage,<br>Wonach soll ich mich richten?<br>Was ist mein Ziel?<br>Wenn jedes andere der Absurdität überführt wird.<br>Warum soll ich dann überhaupt weiter &#8211;<br>weiterlaufen, weiterlernen, weiterleben?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 42: Der Weg ist das Ziel</strong><br>Sieh doch.<br>Jetzt hast du dir so viele, so wunderbare Gedanken gemacht.<br>So klug, so weise.<br>So reflektiert ins Leere hinein.<br>Die Sinnsuche als Lebensaufgabe.<br>Wen macht sie unglücklich,<br>wenn sie doch das Schönste bereithalten soll?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Antwort 1001: Verzweifelt</strong><br>Je mehr ich suche und frage,<br>desto weniger Antworten offenbaren sich mir.<br>Lauter Fragmente.<br>Die wie Puzzleteile verschiedener Systeme<br>nie zusammenpassen werden.<br>Weil sie aus verschiedenen Welten stammen.<br>Manchmal erliege ich der Versuchung.<br>Greife zur Schere. Wild und entschieden.<br>Schneide all die Ecken und Kanten ab.<br>Dann halte ich ihre aalglatten Seiten aneinander.<br>Und lache. Tue so, als würde es passen.<br>Und wenn ich den Griff löse, fallen sie auseinander.<br>Dann liegen sie da.<br>Einzeln. Zusammenhangslos.<br>Schauen mich an. Oder eigentlich nicht.<br>Bin ihnen gleichgültig.<br>Jemand, der Antworten sucht.<br>Oder zumindest die richtigen Fragen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über Humor, Lachen und den Sinn des Unsinns</title>
		<link>https://psycho-path.de/ueber-humor-lachen-und-den-sinn-des-unsinns/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[web9843]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Adventsartikel]]></category>
		<category><![CDATA[humor]]></category>
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		<category><![CDATA[leonardo-steenbock]]></category>
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					<description><![CDATA[„Kommen ein Priester, ein Ire und eine Blondine in ‘ne Bar&#8230;“ LEONARDO STEENBOCK. Von absurden Webespots über lustige Poetry-Slammer bis hin zum typischen Papa-Witz am Mittagstisch – Humor ist allgegenwärtig. Doch was macht eine Sache überhaupt witzig? Warum lachen wir? Und was bringt es dem Menschen über Dinge zu scherzen? Genau diesen Fragen möchte ich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="has-large-font-size wp-block-heading">„Kommen ein Priester, ein Ire und eine Blondine in ‘ne Bar&#8230;“</h1>



<p class="wp-block-paragraph">LEONARDO STEENBOCK. <strong>Von absurden Webespots über lustige Poetry-Slammer bis hin zum typischen Papa-Witz am Mittagstisch – Humor ist allgegenwärtig. Doch was macht eine Sache überhaupt witzig? Warum lachen wir? Und was bringt es dem Menschen über Dinge zu scherzen? Genau diesen Fragen möchte ich im folgenden Artikel auf den Grund gehen und euch auf dem Weg vielleicht sogar das ein oder andere Mal zum Lachen oder zumindest zum amüsierten Ausatmen durch die Nase zu bringen.</strong></p>



<span id="more-1940"></span>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich glaube diese beiden Kanutisten da unten am See sind nackt“, sagt der Vater meiner damaligen Freundin, als er bei einem Urlaub in Schweden mit dem Fernglas die Kanus betrachtet. Erwartungsvoll erwidere ich: „Also sind es wohl eher Kanudisten!“ Die Reaktion ist meistens dieselbe. Ich lache über meinen eigenen Witz, eine andere Person lacht eventuell noch mit, doch die überwiegende Mehrheit rollt mit den Augen. Dabei waren Wortwitze einst allgemein geachtet und galten als Zeichen höheren Intellekts. In der Renaissance zum Beispiel bauten Richter Wortspiele in ihre Urteilssprüche ein und sogar verurteilte Straftäter machten am Galgen noch Wortwitze, um dem Publikum durch ihre geistige Wendigkeit zu beweisen, dass sie gar keine so schlechten Kerle waren – waschechter Galgenhumor also. Nicht zuletzt spielte William Shakespeare in  seinen Stücken immer wieder mit Mehrdeutigkeiten und ging damit in die Geschichte ein. Erst die Epoche der Aufklärung sorgte mit ihrem Fokus auf die Vernunft dafür, dass unsachliche und zweideutige Kommentare in Ungnade fielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sind wir als Gesellschaft also kollektiv humorlos geworden? Sicherlich nicht. Zum einen halten clevere Rap-Künstler:innen und gut geschriebene Sitcoms den Wortwitz fleißig weiter am Leben. Zum anderen gibt es auch noch viele weitere Arten Humor auszudrücken. Im Jahr 2008 beschrieben Schlicksupp und Krause ganze 25 verschiedene Humorstrategien, welche die Diplom-Psychologin Christina Dornhaus (2016) zum Zweck eines Humor-Coachings in sechs übergeordnete Kategorien aufteilte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-accent-color">SECHS HUMORSTRATEGIEN</mark><br>Beim eben besprochenen Wortwitz macht man sich meist „Wörtlichkeit“ und „Mehrdeutigkeit“ zu Nutze, da man hier versucht Aussagen außerhalb ihres Kontextes zu interpretieren bzw. Formulierungen absichtlich so zu wählen, dass sie in mehrere Richtungen verstanden werden können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch „Analogien“ sind vor allem bei verbalem Humor eine nützliche Strategie, um Menschen zum Lachen zu bringen. Wenn also jemand sagt: „Mein Leben ist wie ein Rihanna Song – Work, Work, Work und den Rest verstehe ich nicht“, dann sind es nicht unbedingt die einzelnen Elemente, die wir als lustig empfinden, sondern eher, dass diese beiden scheinbar unzusammenhängenden Dinge in Beziehung zueinander gesetzt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo wir gerade bei Beziehungen sind, auch Erfolgs-Comedian Mario Barth bedient sich mit seiner „Meine Freundin, kennste? Kennste?“-Routine einer der einfachsten Humorstrategien: „Extreme“.  Das Spielen mit Klischees ist in dem klassischen Witz, den man sich in einer Runde von Freund:innen erzählt, wohl am häufigsten zu finden. Fast jeder kennt  Erzählungen, die mit Sätzen wie „Kommen ein Priester, ein Ire und eine Blondine in ‘ne Bar“ beginnen und man kann sich schon in etwa vorstellen, welcher der Charaktere was für Eigenschaften aufweist. Aber auch die extreme Darstellung einer unglaublichen Pechsträhne, wie es Charlie Chaplin ganz ohne Worte in so vielen seiner Filme tut, fällt unter diese Strategie, bei der es vor allem darum geht, bestimmte Sachverhalte oder Aussagen besonders groß oder klein zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Stichwort „Gegenteil“ fasst Dornhaus Strategien zusammen, bei denen mit Erwartungen gespielt wird und Situationen umgekehrt werden. Gerade die Comicverfilmungen von Marvel Studios sorgen häufig dadurch für Lacher, dass Held:innenfiguren, die wir normalerweise als mit Pathos dargestellte Übermenschen kennen, urplötzlich einen unerwartet menschlichen Moment haben (wie z.B. als der Donnergott Thor mitten in der finalen Schlacht die U-Bahn nehmen muss, um an den Ort des Geschehens zurück zu gelangen). Ähnliche Prinzipien macht sich ebenso folgender Witz zu Nutze: „Was bekommt man, wenn man einen Witz mit einer rhetorischen Frage kreuzt?“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt kommen wir einmal auf die Käse-Theorie zu sprechen. Kennt ihr nicht? Lasst mich sie euch erklären: Je mehr Käse man hat, desto mehr Löcher hat man im Käse. Aber je mehr Löcher im Käse sind, desto weniger Käse hat man natürlich. In der Schlussfolgerung bedeutet dies so gesehen also: Je mehr Käse, desto weniger Käse! In diesem Beispiel findet die letzte Humorstrategie „Absurdität“ Verwendung, bei der man Logik und anerkannte Sätze in Frage bzw. auf den Kopf stellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-accent-color">DREI HUMORTHEORIEN</mark><br>Mit Hilfe dieser sechs Strategien können wir also Humor effektiv verwenden. Aber was genau passiert bei unserem Gegenüber oder auch bei uns, wenn wir  Witze reißen? In ihrer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Jahr 2008 stellen die Psychologinnen Wilkins und Eisenbaum drei Theorien vor, die die Funktionsweise von Humor zu erklären versuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der „Incongruity Theorie“ müssen wir erst die typischen Muster unserer Realität rational verstanden haben, bevor Humor überhaupt funktioniert. Denn Menschen lachen über Dinge, die sie überraschen oder die akzeptierten Muster durchbrechen. Etwas Lustiges entsteht also dadurch, dass wir kognitiv sowohl eine normentsprechende Ansicht auf eine Situation als auch eine normabweichende gleichzeitig verarbeiten müssen. Deswegen finden wir politische Witze zum Beispiel als Kinder weniger witzig, als wenn wir erwachsen sind – wir haben die entsprechenden Muster noch nicht genug verstanden, um die Abweichungen wahrzunehmen. Über neurologische bildgebende Verfahren kann man sogar beobachten, dass bei dem Verarbeiten von Cartoons die gleiche Hirnaktivität zu beobachten ist, wie beim Verarbeiten von Inkongruenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Superiority Theory“ dagegen setzt einen Schwerpunkt auf  sozialpsychologische Phänomene. So dient das Lachen über andere, die sozialen Normen nicht entsprechen, zum einen als Ersatz für Aggression und erhält damit die soziale Ordnung aufrecht. Zum anderen sorgt es dafür, dass das Einheitsgefühl einer Gruppe gestärkt wird. Das mag zunächst einmal fies klingen, ist aber der Grundstein des Erfolgs vieler heutiger Fernsehformate. Wenn wir uns in unserem Freundeskreis bei der Umstyling-Folge von Germany’s Next Topmodel über „Heidi’s Mädchen“ amüsieren, weil diese nach 12 Staffeln immer noch schockiert darüber sind, dass ihnen die Haare abgeschnitten werden, bekräftigt uns dies in dem Glauben, dass wir dagegen die Schlauen sind, die alles richtig gemacht haben. Ob dem tatsächlich so ist, sei einmal dahingestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dritte Theorie, die „Relief Theorie“ besagt, dass vor allem die physische Reaktion des Lachens zu einer Reduktion von körperlichem Stress und Anspannung führt, was wiederum ein Gefühl von Heiterkeit und Erleichterung auslöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-accent-color">∞-ER NUTZEN VON HUMOR</mark><br>Somit wissen wir jetzt also in etwa, wie Humor wirkt und funktioniert. Bleibt nur noch die Frage: Wozu der ganze Spaß? Dornhaus entwickelte ihr Humor-Coaching zur Förderung von Kreativität und Innovation am Arbeitsplatz, da durch Humor alte Denkweisen durchbrochen werden können. Wilkins und Eisenbraun hingegen fokussierten sich in ihrer Arbeit besonders auf die Funktion von Lachen und  Humor als Coping-Mechanismus. Aufgrund der oben beschriebenen Wirkungsweisen hat ein Witz nämlich die Kraft negativen Affekt in positiven zu transformieren. „Harry Potter“-Fans mag hier direkt der Teil der Geschichte einfallen, in dem die jungen Hexen und Zauberer einen angsteinflößenden Irrwicht mit Hilfe des „Riddikulus“-Zaubers in etwas Lächerliches verwandeln und somit bezwingen. Und genauso ist es: Bedrohliche Situationen können mit Hilfe von Humor neu bewertet und einfacher überwunden werden. Man kann also sagen, dass er für den Menschen ein Überlebenswerkzeug darstellt. Neben einer erhöhten psychischen Resilienz, haben ein guter Sinn für Humor und häufiges Lachen außerdem noch physiologischen Vorteile: Die Ergebnisse von Hayashi und Kollegen (2009) ließen den Schluss zu, dass Lachen der Verschlimmerung  diabetischer Neuropathie vorbeugen kann. Kimata (2004) zeigte, dass sich das Anschauen von lustigen Filmen positiv auf die Lungenfunktion von Asthma-Patienten auswirkte. Und eine Studie der University of Maryland aus dem Jahr 2005 stellte fest, dass der physische Akt des Lachens ähnliche Effekte auf den Blutkreislauf hat wie leichte Aerobic-Übungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurzum: Lachen ist gesund. Wobei es für dieses simple Fazit vermutlich keiner intensiven Forschung bedurft hätte. Schließlich sagte ein deutscher Philosoph namens Immanuel im 18. Jahrhundert bereits: „Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.“ Die seelenheilende Funktion des Lachens war also auch schon vor über 200 Jahren beKant&#8230; versteht ihr? Kant? Wegen Immanuel. Nein? Zu flach? Ihr habt schon wieder die Augen gerollt, oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:12px"><strong>Quellen:</strong><br>Dornaus, C. (2016). Humor als Förderfaktor für Innovationen: Analyse eines Innovationscoachings und Entwicklung eines theoretischen Modells (qualitative Einzelfallstudien) (Vol. 24). University of Bamberg Press.<br><br>Pollack, J. (2012). The pun also rises: How the humble pun revolutionized language, changed history, and made wordplay more than some antics. Avery.<br><br>Schlicksupp, H., &amp; Krause, T. (2008). Humor als Katalysator für Kreativität und Innovation. Vogel.<br><br>Wilkins, J., &amp; Eisenbraun, A. J. (2009). Humor theories and the physiological benefits of laughter. Holistic nursing practice, 23(6), 349-354.</p>
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		<title>Sinnfragen</title>
		<link>https://psycho-path.de/sinnfragen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[web9843]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2021 12:30:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie geht es einer Psychologiestudentin, die selbst einen stationären Aufenthalt erlebt hat? Was ändert eine Krise an der Sicht auf unser Studium? Verbessert sie eventuell sogar die Empathie gegenüber zukünftigen Patient*innen? Die Gastautorin Paula M.* berichtet von ihrem Jahr. Ein turbulentes Jahr geht zu Ende. Im Februar dieses Jahrs befinde ich mich in den letzten [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie geht es einer Psychologiestudentin, die selbst einen stationären Aufenthalt erlebt hat? Was ändert eine Krise an der Sicht auf unser Studium? Verbessert sie eventuell sogar die Empathie gegenüber zukünftigen Patient*innen? Die Gastautorin Paula M.* berichtet von ihrem Jahr.</strong><span id="more-1595"></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein turbulentes Jahr geht zu Ende. Im Februar dieses Jahrs befinde ich mich in den letzten Zügen meines Masterstudiums. Ich bin eine der straighten, eine derer, die immer eine 1.0 schreiben und genau wissen, wo sie hinwollen. Gefängnispsychologie steht auf dem Plan. Eine qualitative Masterarbeit in der Sicherungsverwahrung steht. Danach dann die VT-­‐Ausbildung zur Psychotherapeutin, trotz der grausigen Bedingungen. Mein Weg ist linear und klar, wie das ebenso ist als Psychologiestudentin…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann? Dann fällt mein Kartenhaus auf einmal komplett in sich zusammen. Die Symptome meiner Angststörung erreichen einen neuen Peak (surprise, genau an dem Tag der letzten Klausur meines Studiums) und ich entscheide mich für einen stationären Aufenthalt, weil einfach gar nichts mehr geht. Da sitze ich nun, selbst fast Psychologin, in einer psychosomatischen Klinik und es fällt mir so schwer, in die Patientinnenrolle zu gehen, und vor allem auch, nicht für die anderen Patient*innen die Therapeutinnenrolle einzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei und viele Monate mehr vergehen, nach fünf Wochen stationärem Aufenthalt folgen sechs Wochen Tagesklinik. Und mir wird bewusst „Scheiße, ja es kann wirklich jedem passieren.“ Auch unser Wissen schützt uns nicht davor. Nein ich würde sogar sagen, dass es manchmal hinderlich ist, zu wissen, was alles in mir vorgeht und trotzdem hilflos zu sein. Dass mir ständig Dinge einfallen, die Risikofaktoren für eine Chronifizierung sind und sie dann bei mir wiederzufinden. Dass ich genau der Statistik entspreche, in der der erste stationäre Aufenthalt nach durchschnittlich sieben Jahren bestehender Symptomatik erfolgt. Aber am meisten erschrecken mich meine eigenen Vorurteile gegenüber der Psychiatrie. Und irgendwie hat es etwas bittersüßes Selbstwertsteigerndes, dann doch „nur“ in eine psychosomatische Klinik zu gehen. Es war unfassbar traurig, zu merken, dass selbst in mir nach fünf Jahren Studium diese Vorurteile sind. Die Angst vor dem, was da hinter verschlossenen (nun gut, es waren zum Glück offene :-)) Türen passiert. Wie kann es sein, dass selbst in uns Psycholog*innen, selbst in mir als (fast) Psychologin MIT einer psychischen Erkrankung eine Stigmatisierung von Menschen erfolgt, die einen stationären Aufenthalt benötigen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach und nach geht es wieder zurück an die Uni. So vieles in meinem Leben hat sich geändert und ich beginne mich zu fragen, was ich wirklich will. Beginne meinen Leistungsdruck zu hinterfragen. Will ich wirklich weiterhin 14 Stunden am Tag lernen? Denn ja, diese Tage gab es in meinem Bachelor, den ich in Regelstudienzeit mit einer 1.2 abgeschlossen habe. Will ich noch Psychotherapeutin werden? Packe ich das von meiner Psychohygiene her? Nein, im Moment packe ich das nicht. Und die Erkenntnis tut so verdammt weh. Dass dieses einschneidende Erlebnis nicht nur mein Privat-­‐, sondern auch mein Berufsleben so krass verändern wird, das hätte ich nicht gedacht. Viele meiner wunderbaren Freund*innen haben mir zu Beginn gespiegelt, dass ich eine großartige Psychotherapeutin werden würde, weil ich nochmal eine ganz andere Seite unseres Gesundheitssystems kennengelernt habe, als sie es je tun werden. Und zunächst war das ein schöner, heilsamer Gedanke. Denn in meiner Zeit in der Klinik habe ich die andere Seite gesehen, so wie ich es nie gedacht hätte. Und ja, es war verdammt spannend, aber auch anstrengend und mir ist auf eine harte Art und Weise wieder die Schere zwischen all unserem empirischen Wissen und der Umsetzung in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxis bewusst geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein lieber Mensch (und eine Kommilitonin von mir) hat in einem Moment des Zweifels so treffend zu mir gesagt „Paula, wir sind auch verwundet. Wir sind verwundete Helfer, aber wir kennen unsere Verletzungen und wissen adäquat mit ihnen umzugehen und das macht uns aus.“ Und ich finde, das trifft es so passend. Trägt nicht jeder Mensch Verletzungen in sich? Diese zu kennen und vom anderen abzugrenzen, denke ich, das ist eine der Schlüsselqualifikationen, die eine gute Psychotherapeutin ausmachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und deshalb hat diese Krise trotz all der Dunkelheit viele Geschenke mit sich gebracht und das ebenfalls beruflich und privat. Ich habe gelernt, welche Menschen wirklich an meiner Seite sind, wenn es hart auf hart kommt und ich habe einen wundervollen Zugang zur Psychodynamik gefunden. Die Klinik, in der ich war, hatte einen TP-­‐Schwerpunkt und ich glaube, die Therapeutin musste innerlich sehr schmunzeln als wir zusammen meine Anamnese gemacht haben und ich SORKC-­‐Modell-­‐mäßig meine Krankheitsgeschichte dargelegt  habe.  Am  Anfang  der  Therapien  kam  ich  immer  ganz  VT-­‐like  mit  einem  Zettel  in  die Therapiestunden und mir fiel es so unglaublich schwer, mich von dieser krassen (Über-­‐)strukturiertheit zu lösen, die mir im Studium so oft geholfen und im Alltag häufig im Weg gestanden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Moment mache ich eine Psychoanalyse und, was ich niemals gedacht hätte, es hilft mir so unfassbar! In mir und in der Beziehung mit dem Therapeuten passiert so viel, so viel Neues und Hilfreiches – viel mehr als es in den zwei Verhaltenstherapien der Fall war – und das trotz Angststörung, für die es ja immer heißt</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Auf jeden Fall VT!“ (ja, ich hätte es selbst nie geglaubt).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nun sitze ich mit all diesem Wissen vor meiner letzten Prüfung und schreibe an meiner Masterarbeit herum. Und irgendwie hat sich mein Blick auf das Studium geändert, auf das System, in das wir reingepresst werden und in dem irgendwie gar kein Platz für die eigene psychische Gesundheit ist. Da lernen wir so viel über Risikofaktoren und die negativen Wirkungen von Disstress und kriechen dann selbst auf allen vieren aus dem Hörsaal nach der letzten Prüfung in der Klausurphase. Was also bedeutet uns wirklich die <em>Funktionsfähigkeit </em>eines Menschen? In unserem Studium lernen wir: Mehr als die psychische Gesundheit. Als das Thema in meiner Therapie aufkam, sagte mein Therapeut so passend „Funktionsfähigkeit? Was ein furchtbares Wort, Sie sind doch kein Staubsauger.“, und hell yeah, er hat so recht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum also gibt es im klinischen Master keinen Platz für Zweifel am eigenen Berufswunsch, obwohl wir durch die neue Studie des BDP doch wissen, dass über 20% der Studierenden auch im Master noch ihren Berufswunsch ändern (Adler, Götte, Thünker &amp; Wimmer, 2018)? Warum reden wir in Referaten über spezifische psychische Erkrankungen immer noch über „die“, anstatt über „Personen, bei denen eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde“? Wir sprechen davon so, als wäre das alles ganz weit weg. Dabei wissen wir doch allein durch die Prävalenzen von Affektiven Störungen und Angsterkrankungen, dass das gar nicht sein kann. Eine Freundin und Kommilitonin hat mir letztens erzählt, dass eine Dozentin bei einem Referat zum Thema Borderline zum Plenum meinte „Na von Ihnen hat das ja sicher keiner hier.“ That‘s the stigma, I guess.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein,  an  meiner  Uni  gibt  es  diese  selbst-­ und  wissenschaftskritische  Sicht  nicht  bzw.  wenn  nur selbstorganisiert. Und ja, man könnte argumentieren, dass das an jeder Uni ebenso ist, aber ist es deshalb richtig?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und deshalb wehrt sich gerade alles in mir dagegen, so weiter zu machen. Es kommt mir so paradox vor, dass  das  Auswendiglernen  von  ICD-­‐10  Kriterien  und  aller  drei  Margraf&amp;Schneider-­‐Bücher  eine  gute Psychotherapeutin ausmachen soll, so wie es jetzt bei mir für meine mündliche Abschlussprüfung ansteht. Ja, wir brauchen dieses Wissen und ich bin ein großer Fan von manualisierten Verfahren, die all unseren Gütekriterien entsprechen. Aber nach all dem, was ich dieses Jahr gelernt habe, fühlt es sich irgendwie so</p>



<p class="wp-block-paragraph">falsch an, in dieses Unisystem zurückzukehren, wo ein wirklicher Austausch so schwer möglich ist, sondern es selbst im letzten Mastersemester noch darum geht, wer am besten Auswendiglernen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will das nicht mehr. Und im Moment bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, wie ich diesen Weg trotzdem (und vor allem gesund!) zu Ende gehen kann, wo auch immer er mich dann hinführen mag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Ich habe lange überlegt und mich dann doch entschieden, diesen Artikel anonym zu schreiben. Es ist einfach so, dass ein Klinikaufenthalt wegen einer psychischen Erkrankung etwas Anderes ist, als ein Krankenhausaufenthalt wegen einer körperlichen Erkrankung – immer noch. Und ich kämpfe dafür, dass es anders wird. Wenn du zu meinem Artikel Gedanken hast, die du mit mir teilen willst, oder sogar selbst einen stationären Aufenthalt hinter dir hast, würde ich mich sehr freuen, wenn du mir schreibst: <a href="mailto:artikel_sinnfragen@web.de">artikel_sinnfragen@web.de</a></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size: 12px;"><strong>QUELLEN</strong><br />Adler, M., Götte, G., Thünker, J., &amp; Wimmer, A. (2018). Meinungsbefragung Psychologiestudierender in Deutschland zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes. Abgerufen am, 12.12.2019, von <a href="https://psyfako.org/wp-­‐content/uploads/2018/10/Meinungsbefragung-­‐Psychologiestudierender-­‐in-­‐Deutschland-­‐zur-­‐Novellierung-­‐des-­‐Psychotherapeutengesetzes.pdf ">https://psyfako.org/wp-­‐content/uploads/2018/10/Meinungsbefragung-­‐Psychologiestudierender-­‐in-­‐Deutschland-­‐zur-­‐Novellierung-­‐des-­‐Psychotherapeutengesetzes.pdf </a></p>
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