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	<title>ernährung &#8211; Psycho-Path WordPress-Seite</title>
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		<title>Das große Persönlichkeits-Gemüse-Inventar: Welches Gemüse bist du?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[web9843]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2023 07:58:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#44 Ernährung]]></category>
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					<description><![CDATA[PAULA BÖHLMANN &#38; LILLY MANN. Menschen sind wie Radieschen – keins gleicht dem anderen. Das sagt man doch so, oder? Aber wie lassen sich die ganzen noch so unterschiedlichen Persönlichkeiten einheitlich beschreiben? Richtig, zum Beispiel mit den Big Five Persönlichkeitsmerkmalen: Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Erfassen lässt sich die Ausprägung der Persönlichkeitseigenschaften [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">PAULA BÖHLMANN &amp; LILLY MANN.<em> Menschen sind wie Radieschen – keins gleicht dem anderen. Das sagt man doch so, oder? Aber wie lassen sich die ganzen noch so unterschiedlichen Persönlichkeiten einheitlich beschreiben? Richtig, zum Beispiel mit den Big Five Persönlichkeitsmerkmalen: Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus.</em></p>



<span id="more-2125"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Erfassen lässt sich die Ausprägung der Persönlichkeitseigenschaften mit dem NEO-Fünf-Faktoren-Inventar nach Costa und McCrae (NEO-FFI; Borkenau &amp; Ostendorf, 2008) [1]. NEO-FFI, schön und gut, aber was bringt mir mein Neurotizismus-Score? Die viel entscheidendere Frage ist doch, welches Gemüse ich bin. Die Antwort auf die weltbewegende Frage, was deine Persönlichkeitseigenschaften umgerechnet in Gemüse bedeuten, wollen wir dir mit dem (noch nicht ganz, naja, eigentlich gar nicht) validierten Persönlichkeits-Gemüse-Inventar nach Ratatouille (Mann &amp; Böhlmann, 2023) [2] beantworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Durchführung ist ganz einfach. Beantworte die Fragen, addiert die Zahlen in Klammern getrennt nach Subskala und schaut in welche Kategorie Gemüse ihr fallt. Am Ende sollte das fünf Gemüsesorten ergeben, die euch beschreiben. Zaubert euch daraus doch gleich ein leckeres Gericht. Bon Appétit!</p>



<h1 class="wp-block-heading">Offenheit für Erfahrungen</h1>



<h2 class="wp-block-heading">Fragen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1 Wie experimentierfreudig bist du beim Essen?</strong><br>a) Zum Frühstück Nutella-Brot und und abends Pestonudeln (1)<br>b) Ich bestelle im Restaurant prinzipiell das, was ich noch nie zuvor gehört habe (3)<br>c) Ich probiere auch gern mal mir unbekannte Rezepte, solange ich mir unter der Zutaten-Kombination grob etwas vorstellen kann. (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2 Wenn du einen Kuchen bäckst, wird es …</strong><br>a) … eine kunstvoll verzierte Motivtorte mit Pecanussböden und einer Basilikum-Ganache (3)<br>b) … Omas traditioneller Apfelkuchen ohne Schnickschnack. (1)<br>c) … irgendein interessant und lecker klingendes Rezept aus dem Internet (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3 Dein Geburtstag steht vor der Tür. Was wünschst du dir?&nbsp;</strong><br>a) Da stellt sich keine Frage. Seit Jahrzehnten wird in unserer Familie dieser eine wahre Spätzledrücker weitergegeben. Da weiß ich genau, was ich bekomme. (1)<br>b) Ich bin neugierig und schaue, was es auf dem Gadgetmarkt alles Neues gibt. Hauptsache ich kann die Bedienungsanleitung lesen und es hat gute Bewertungen. (2)<br>c) Ich bin absolut hyped. Ich wollte schon immer einmal Mochi traditionell selber machen. Dafür brauche ich auch nur 50 verschiedene Geräte und …ehm am besten einen Kochkurs. (3)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4 Deine Inspiration für Rezepte holst du …</strong><br>a) … überall her, wo ich bin. Ein Spaziergang reicht schon. Die verschiedenen Gerüche, Formen und Farben lassen ein Bild eines neuen Rezepts vor meinen Augen erscheinen. (3)<br>b) … ganz klar, aus dem kleinen und bewährten Kochbuch im Regal. (1)<br>c) … aus dem Internet oder ich frage Menschen nach ihren Rezepten, um mich inspirieren zu lassen. Halte mich aber an ihre Empfehlungen. (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5 Du bist in einer neuen Stadt. Dein Magen knurrt und der Geldbeutel ist endlos gefüllt, wofür entscheidest du dich?</strong><br>a) Für die gute alte Restaurantkette. Da kenne ich mich aus. Es schmeckt und das ist das Wichtigste. (1)<br>b) Fusion-Kitchen ich komme. Je ausgefallener die Karte, umso besser. Mein Gaumen wurde für Experimente geboren. (3)<br>c) Ich weiß genau, welche Küchen mir schmecken, aber ich brauche kein bekanntes Restaurant. Hauptsache ich habe einen groben Überblick über die Speisekarte. (2)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auswertung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3 – 6: Sauerkraut</strong><br>Sauerkraut steht für die traditionelle Küche und so bist du auch eher ein Gewohnheitstier. So wie sich auch das Sauerkraut nur sehr selten in neue Gefilde wie einen Kuchen traut, bist auch du konventionell und vorsichtig in Bezug auf Unbekanntes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>7 – 11: Gurke</strong><br>Gurken kann man auf verschiedene Arten essen: Im Salat, im Sushi, im Tzatziki oder als saure Gurke. Wie sich auch eine Gurke mal auf den Grill verirrt, bist auch du eher neugierig und offen für die unterschiedlichsten Erfahrungen. Doch am Ende des Tages magst du es auch mal konventionell wie der gute alte Gurkensalat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>12 – 15: Kartoffel</strong><br>Kartoffeln findet man in den unterschiedlichsten Gerichten: Bratkartoffeln, Pommes, Kartoffelgratin, Gnocchi, Kartoffelpuffer, … Kaum ein Gemüse ist so wandelbar. So wie Kartoffeln vielseitig sind, sind auch deiner Kreativität und Entdeckerfreude quasi keine Grenzen gesetzt.</p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><strong>Geruchssinn und psychische Erkrankungen</strong><br>Das Gebiet zum Zusammenhang von Riechen und Kranksein steckt noch in den Kinderschuhen. Die Kausalitätsfragen können Forscher:innen aktuell noch nicht beantworten. Aber es tauchen immer mehr Ergebnisse aus Experimenten und Studien auf, die darauf hindeuten, dass es einen Zusammenhang zwischen einem weniger gut ausgebildeten Geruchssinn und psychischen und neurodegenerativen Störungen wie Schizophrenie, Depressionen, Autismus oder Parkinson gibt [3]. So machten Dresdner Forscher:innen im Jahr 2014 in einem Experiment mit 31 Teilnehmenden die Entdeckung, dass stinkende Eier in einem traurigen Zustand als weniger ekelerregend wahrgenommen wurden als im Normalzustand. Zudem sei diese weniger intensive Verarbeitung auch im Gehirn messbar. Demnach scheint es eine Verbindung zwischen einem geringeren Geruchsvermögen und depressiven Verstimmungen zu geben [3].&nbsp;</p>



<h1 class="wp-block-heading">Verträglichkeit&nbsp;</h1>



<h2 class="wp-block-heading">Fragen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1 Wie kompromissbereit bist du beim Kochen mit anderen Leuten?</strong><br>a) Ich einige mich mit den anderen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Wenn niemand hinschaut, würze ich aber doch nochmal mit meinem Lieblingsgewürz nach. (2)<br>b) Mir ist beim gemeinsamen Essen am wichtigsten, dass es allen schmeckt. Dafür nehme ich mir gern Zeit, um nach Kompromissen zu suchen. (3)<br>c) Die Ananas kommt auf die Pizza, egal was alle anderen sagen! (1)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2 Gibt es bei dir am Abend vor der dreistündigen Zugfahrt Knoblauch?</strong><br>a) Auf jeden Fall, und zwar so viel wie möglich. So schlimm ist der Knoblauchgeruch nun auch wieder nicht. (1)<br>b) Eine kleine Zehe für den Geschmack geht schon. (2)<br>c) Nein, an diesem Tag lasse ich den Knoblauch weg. Ich möchte niemanden mit meinem Knoblauchgeruch belästigen. (3)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3 Eine andere Person bittet dich beim Kochen, weniger Chili zu benutzen, weil er/sie das nicht so gut verträgt. Was machst du?</strong><br>a) Ich würze wie immer. (1)<br>b) Ich freue mich, dass die Person mir das mitgeteilt hat. Ich möchte schließlich nicht, dass es jemandem nach dem Essen schlecht geht und überlasse das Würzen der Person. (3)<br>c) Ich benutze weniger Chili, kann mir aber den Kommentar, dass es schärfer besser schmeckt, nicht verkneifen. (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4 Du und deine Freund:innen überlegen, in welches Restaurant ihr essen gehen wollt. Das Essen in dem von allen anderen präferierten Restaurant schmeckt dir überhaupt nicht. Was machst du?</strong><br>a) Ich sage den anderen, dass ich dort nichts finde, was mir schmeckt, und bringe noch einmal mein Lieblingsrestaurant ins Gespräch. Am Ende füge ich mich jedoch der Mehrheit. (3)<br>b) Ich behaupte, allergisch gegen eine spezielle Zutat zu sein, die dort in allen Gerichten verwendet wird. (1)<br>c) Ich lasse mir mit der Tischreservierung extra viel Zeit. Vielleicht ist ja dann schon ausgebucht. Nicht? Schade, dann muss ich da wohl durch. (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5 Dein großer Bruder verteilt die Teller. Alle haben vier Pilze auf der Pizza. Du nur drei. Was machst du?</strong><br>a) Es ist ein Pilz auf der Pizza. Who cares? (3)<br>b) Ich tausche schnell die Teller mit meinem/r Sitznachbarn:in aus. (2)<br>c) Ich zeige allen, dass ich damit nicht einverstanden bin und breche, wenn nötig, einen Streit vom Zaun. (1)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auswertung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3 – 6: Kohl</strong><br>Oh weh! Der Kohl bereitet vielen Menschen nach dem Verzehr tüchtige Darmwinde und gelegentlich auch Bauchkneifen. Zusätzlich dazu ist er nur selten eine gute Wahl als Beetpartner. Er gilt als anspruchsvoll und Starkzehrer. Auch du bist teilweise unnachgiebig. Fingerspitzengefühl ist entscheidend. Dosieren die anderen ihren Umgang mit dir nicht richtig, wirst du schnell giftig oder gehst ein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>7 – 11: Kürbis&nbsp;</strong><br>Glückwunsch! Du bist dem Gemüse mit der harten Schale und dem weichen Kern sehr nahe. Pflänzchen wie dich muss man nur zu den richtigen Beetkumpels setzen. Dann blühst du auf und lässt alle daran teilhaben. Kürbis-Menschen wird nachgesagt, dass wenn ihre Schale einmal gebrochen ist, ein weicher Kern voller Potential entfaltet wird.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>12 – 15: Pflücksalat</strong><br>Du bist wie ein Pflücksalat. Ein:e gute:r Beetpartner:in für mehr als eine Gartensaison. (Auf) dich kann man setzen. Du teilst dich wie der Salat seine Blätter und bringst immer wieder Neues hervor. Du bist verträglich und unterstützt allein durch deine Präsenz deine Mitmenschen.&nbsp;</p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><strong>Chili als Skill</strong><br>Bestimmte psychische Erkrankungen wie Angststörungen und die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung Typ Borderline gehen mit Spannungszuständen einher. Um diese angespannten Zustände zu reduzieren oder zu lösen, können Betroffene zu verschiedenen Skills (Fertigkeiten) greifen. Chili befindet sich bei vielen im Skill-Koffer. Der scharfe Geruch und Geschmack lenken den Fokus weg aus der Situation und hin auf die Schärfe. [4].</p>



<h1 class="wp-block-heading">Extraversion</h1>



<h2 class="wp-block-heading">Fragen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1 Worauf freust du dich beim gemeinsamen Grillen am meisten?</strong><br>a) Auf mein Steak oder meine gegrillte Aubergine. (1)<br>b) Auf die schönen gemeinsamen Gespräche (3)<br>c) Auf die Kombination aus Freund:innen treffen und gutem Essen (2)&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2 Wo isst du am liebsten?</strong><br>a) Beim Laufen, weil ich es richtig nervig finde, ruhig dazusitzen. (3)<br>b) Oben auf dem Gipfel nach einer anstrengenden Wanderung. (2)<br>c) In meinem gemütlichen Ohrensessel in eine Kuscheldecke gewickelt. (1)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3 Wie kochst du?&nbsp;</strong><br>a) Meistens mag ich es gemütlich. Ich koche mir ein Gericht ohne großen Energieaufwand und mache mir dann einen schönen Abend mit mir selbst und einem guten Buch. (1)<br>b) Mal so, mal so. Mal soll es schnell auf die Hand gehen, mal nehme ich mir Zeit für eine längere Kochsession. Mal für mich allein, mal mit Freund:innen. Ich bin da flexibel. (2)<br>c) Wenn ich koche, wird das auch zelebriert. Ich lade meine Freund:innen ein und lasse meine ganze Energie in die Zubereitung des Festmahls fließen. Ohne Fleiß kein Reis mit geilem Scheiß (3).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4 Du hast dir vorgenommen, dein Lieblingsrezept von Omi nachzukochen. Aber Überraschung: es klappt nicht, denn bei Omi schmeckt es am besten. Was machst du?&nbsp;</strong><br>a) Google, mein Freund und meine Helferin. Irgendjemand hat bei Gute-Frage.net sicher schon mal beantwortet, warum Oma-Essen prinzipiell besser schmeckt. (1)<br>b) Ich nehme den Topf und pack ihn auf den Gepäckträger. Statten wir Oma mal einen Besuch ab. Sie wird es schon richten und dann können wir uns noch einen schönen Quasselabend machen. (3)<br>c) Ich hänge mich ans Telefon und löchere Oma mit Fragen, wie ich das Essen noch retten kann. (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5 Bei der Feier, bei der jede:r etwas Kulinarisches beigesteuert hat, …</strong><br>a) … bin ich supergut gelaunt und habe extra Probierhäppchen mitgebracht, damit ich allen Anwesenden meine außerordentliche Kreation unter die Nase halten kann. (3)<br>b) … freue ich mich über meine Gabe und stelle meine Schüssel zentral auf das Buffet. (2)<br>c) … stelle ich still und heimlich meinen Anteil an den Rand des Tisches und sage nur auf Nachfrage, dass ich dies mitgebracht habe. (1)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auswertung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3 – 6: Spinat</strong><br>Spinat ist zurückhaltend: Sowohl pur, in herzhaften Gerichten als auch als Ballaststoffquelle im Green-Smoothie schmeckt er nicht hervor, sondern passt sich den restlichen Gewürzen und Zutaten an. Auch du bist eher still und lässt anderen in Gesprächen den Vortritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>7 – 11: Paprika</strong><br>Die Paprikafrucht ist ein wahrer Alleskönner – egal ob als strukturgebende Zutat in Saucen und Salat oder als wahrer Geschmacksträger frisch geröstet in Currys und Pasten. Genau wie du. Wandelbar und je nach Stimmung mal auffälliger als wahre (Geschmacks)-Explosion und mal etwas zurückhaltend, aber wahrnehmbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>12 – 15: Knoblauch</strong><br>Wie auch Knoblauch, der nicht nur in jedem Gericht tonangebend ist, sondern auch am nächsten Tag noch einen bleibenden Eindruck hinterlässt, gehst du gern aus dir heraus. Du bist gesellig und magst es, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen.</p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><strong>Kochen als Therapie</strong><br>Therapie bedeutet nicht immer sitzen oder liegen und dabei reden. Es gibt viele verschiedene Ansätze (diesem Thema haben wir unsere letzte Ausgabe gewidmet. Für alle, die neugierig geworden sind, gibt es die Ausgabe auf unserer Website zum Nachlesen). Wusstest du, dass sich auch Kochen als Therapieform immer weiter etabliert? Kochen wirkt verhaltensaktivierend und fördert Kreativität sowie Bewältigungsstrategien. Beim gemeinsamen Kochen sollen soziale Kompetenzen gewonnen werden. Oftmals geht auch ein Erwerb von freudigen Gefühlen mit dem Kochen einher [5].</p>



<h1 class="wp-block-heading">Gewissenhaftigkeit</h1>



<h2 class="wp-block-heading">Fragen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1 Wie sehr hältst du dich ans Rezept?</strong><br>a) Ich besitze eine Waage, mit der ich Hefe aufs Milligramm genau dosieren kann. (3)<br>b) Ich improvisiere höchstens bei den Gewürzen, sonst gilt ein Toleranzbereich von +/- 10 g (2)<br>c) Was ich nicht da habe, lasse ich weg oder ersetze es. Welchen Toleranzbereich ich habe? Keine Ahnung, Küchenwaagen sind etwas für Anfänger:innen. Ich mache das nach Augenmaß. (1)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2 Wie hältst du es mit dem Aufräumen der Küche?</strong><br>a) Morgen ist auch noch ein Tag (1)<br>b) Nach dem Essen (2)<br>c) Während des Kochens, mit geputzter Küche schmeckt es gleich viel besser (3)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3 Du wurdest gebeten, zur Geburtstagsfeier einer Freundin einen Kuchen mitzubringen.</strong><br>a) Ich mache sofort einen genauen Plan, was ich backen möchte und kaufe rechtzeitig alle Zutaten ein, um am Abend zuvor den Kuchen genau nach Rezept zuzubereiten. (3)<br>b) Ich vergesse es und hole auf dem Weg schnell einen Fertigkuchen. (1)<br>c) Ich suche am Abend zuvor ein Rezept, was zu den Zutaten passt, die ich noch Zuhause habe. (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4 Es ist 19:00 Uhr und deine Dinnergäste stehen wie vereinbart vor der Tür. Was machst du?</strong><br>a) Vorbereitung ist das A&amp;O. Ich öffne ihnen mit einem Aperitif die Tür und führe sie direkt zum gedeckten Tisch. Alle Gänge sind auf die Minute vorbereitet und ich behalte den Überblick. (3)&nbsp;<br>b) Ahhhh. Es ist schon 19:00 Uhr. Ich bin völlig überfordert und öffne als Chaos selbst die Tür. Meine Gäste dürfen sich selbst Wasser einschenken, während ich noch einmal überprüfe, ob ich überhaupt alle Zutaten daheim habe. (1)<br>c) Uff&#8230; das ist aber knapp. Ich schaffe es mit einem improvisiert entspannten Auftreten die Tür zu öffnen. Zum Glück habe ich die Vorspeise schon fertig und das Hauptgericht im Ofen. Hoffentlich bleibt für das Dessert noch genügend Zeit. (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5 Wie oft taust du den Kühlschrank ab?</strong><br>a) Hä? Was ist Abtauen? Der soll doch kühlen. (1)<br>b) In jeden Semesterferien. Am Tag nach der letzten Klausur ist das meine Belohnung für die überstandene Prüfungsphase. (3)<br>c) Sobald dank der dicken Eisschicht die Pizza nicht mehr ins Tiefkühlfach passt und im Gemüsefach Pilze wohnen, ohne dass ich welche gekauft habe. Dann unterziehe ich den Kühlschrank doch mal einer Grundreinigung. (2)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auswertung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3 – 6: Banane (Wir wissen, Bananen sind Obst, aber findet mal ein ungesundes Gemüse)</strong><br>Aufgrund des höheren Zuckeranteils gilt die Banane als eine der ungesündesten Obstsorten. Wie die Banane sich wenig für den Blutzuckerspiegel der Konsument:innen interessiert, gehst auch du eher unbekümmert durchs Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>7 –11: Tomate (ja, ja ist auch eine Frucht; wissen aber viele nicht)</strong><br>Bei Tomaten weiß man nie so richtig, was man bekommt. Mal sind sie süß, mal eher intensiv fruchtig bis hin zu leichten, säuerlichen Noten. Auch du steckst voller Überraschungen. Bei einigen Dingen bist du sehr sorgsam und gewissenhaft, mal scherst du dich aber auch gar nicht.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>12 – 15: Sprossen</strong><br>Du bist eine Sprosse und somit das Superfood schlechthin. Sprossen enthalten eine hohe Konzentration an wertvollen Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen und erlauben somit eine effektive Aufnahme von Spurenelementen. Auch du legst großen Wert auf Effizienz und Sorgfalt.&nbsp;</p>



<h1 class="wp-block-heading">Neurotizismus</h1>



<h2 class="wp-block-heading">Fragen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1 Das Essen ist angebrannt. Wie reagierst du?</strong><br>a) Ich renne panisch durch die Küche und bin super frustriert, weil das Essen nicht mehr zu retten ist. (3)<br>b) Ich ärgere mich und fluche, während ich das Verbrannte abkratze. (2)<br>c) Yeah, Röstaromen! (1)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2 Du bist in 3 Stunden auf einem Fest eingeladen und stellst nun fest, dass der Kartoffelsalat fürs Buffett schlecht geworden ist. Was machst du?&nbsp;</strong><br>a) Kein Problem. Ich kaufe einen im Supermarkt und streue ein bisschen frische Kräuter drüber. Wird schon nicht auffallen. (1)<br>b) Ich bin etwas besorgt, stelle mich aber noch einmal in die Küche. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, aber am Ende steht der Salat und ich bin zufrieden. (2)<br>c) Ich hatte schon so ein doofes Gefühl, als ich ihn zubereitet habe. Ich bin jetzt noch unsicherer. Soll ich nochmal einen Neuen machen? Und wenn ja, schwäbischer Kartoffelsalat oder mit Majo? Hilfe! (3)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3 Welche Gedanken kommen dir beim Eischnee oder Aquafaba schlagen?</strong><br>a) Geil! Muskeln beim Backen. Mega (1)<br>b) Schmerzt jetzt schon mein ganzer Körper… muss ich das wirklich? (3)<br>c) Ist zwar nervig, aber wird sich lohnen. (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4 Beim Kochen…</strong><br>a) &#8230; verlasse ich mich gern auf die anderen. Ohne sie wäre ich aufgeschmissen. (3)<br>b) &#8230; bin ich mein eigener Chef. Ich komme am liebsten selbst zur Rätsels Lösung. (1)<br>c) &#8230; probiere ich mich gern selbst aus, aber frage bei Problemen auch nach Hilfe. (2)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>5 Du überschlägst die Sahne für die Schwarz-Wälder-Kirschtorte und hast jetzt Butter. Wie reagierst du?</strong><br>a) Ich schlage einen neuen Becher Sahne für den Kuchen auf und verfeinere meine selbstgemachte Butter mit Knoblauch. Win-win: Leckere Torte und geile Knoblauch-Butter. Heute ist mein Glückstag. (1)<br>b) Jetzt ist alles versaut. Entmutigt kratze ich mein Missgeschick in den Müll und werfe frustriert die Tortenböden gleich hinterher. (3)<br>c) Dann gibt es halt Buttercreme statt Schlagsahne. Was soll’s. Warum ist backen immer so unnötig stressig? (2)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auswertung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3: Honig</strong><br>Du bist zwar kein Gemüse, aber zuckersüß und schier unendlich haltbar. Wie Honig strotzt du allen Umweltbedingungen und bist quasi nicht zu verderben. An deine Unkaputtbarkeit kommt kein Gemüse ran!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4 – 7: Gewürzgurke</strong><br>Vor allem die Bananen unter uns haben sicher ein Gewürzgurkenglas im Kühlschrank, was dort bereits seit Monaten offensteht und immer noch essbar ist. So wie die Gewürzgurke bist auch du widerstandsfähig und lässt dich von quasi Nichts aus der Ruhe bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>8 – 11: Nüsse</strong><br>Nüsse halten ewig, aber sind nicht für die Unendlichkeit gemacht. Dafür sind sie auch viel zu lecker! Genau wie Nüsse bist du sehr genügsam und ausdauernd. Aber irgendwann sollte sich eine Lösung finden, sonst wirst du sauer.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>12 – 15: Pilz</strong><br>Frische Pilze muss man bei der Lagerung mit Sie ansprechen, sonst werden sie schnell mal schimmelig. Aber das ist ja bei den ganzen seltenen und wertvollen Inhaltsstoffen wie Kalzium, Selen oder Vitamin D auch klar. Genau wie ein Pilz steckst du voller besonderer Eigenschaften, bist empfindsam und deshalb auf Wohlfühlatmosphäre angewiesen, um dein Potential zu entfalten.&nbsp;</p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><strong>Big-Five im Wandel der Zeit</strong><br>Mit seinen circa 90 Jahren hat das Big-Five-Modell schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Die Forschung ging nicht spurlos an ihm vorbei. So kam es durch die Forscher Ashton und Lee zu einer Weiterentwicklung um einen weiteren Faktor. Ergänzend zu den fünf Faktoren der Persönlichkeit lösten sie das Begriffspaar Ehrlichkeit – Humilität aus dem Faktor der Verträglichkeit, unter welchem es beim Big-Five-Modell erfragt wird, und gaben ihm eine eigene Dimension. Dieses erweiterte HEXACO- Modell findet in der Praxis jedoch weniger Anwendung als das altbewährte NEO-Fünf-Faktoren-Inventar nach Costa und McCrae [6]<em>.&nbsp;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Unsere Kombination</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um unseren top validen, objektiven und reliablen Fragebogen einer kritischen Prüfung zu unterziehen, haben wir ihn an exakt zwei Probandinnen getestet – uns selbst. Auch wenn die Größe der Normierungsstichprobe zu wünschen übriglässt, spricht das Ergebnis für sich. 100&nbsp;% der Testpersonen sind zufrieden mit der Gemüsezusammensetzung ihrer Persönlichkeit. Was will man mehr?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lilly</strong><br>Bei mir gibt es einen reichhaltigen Pflücksalat. Schwung kommt mit gebratenen Pilzen und geschmorter Paprika rein. Als Kohlenhydratquelle dürfen gebackene Kartoffeln nicht fehlen und Sprossen runden den Schmackofatz ab.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paula</strong><br>Ich röste Nüsse in einer Pfanne an und streue sie als Topping zusammen mit Sprossen über meinen frischen Pflücksalat. Dazu serviere ich knusprige Knoblauchkartoffeln.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Ernährung und mentale Gesundheit: Ich bin, was ich esse</title>
		<link>https://psycho-path.de/ernaehrung-und-mentale-gesundheit-ich-bin-was-ich-esse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[web9843]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 14:51:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#44 Ernährung]]></category>
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					<description><![CDATA[HELENE KÜHN. Eine Psychiaterin am Massachusetts General Hospital bemerkt Muster in der Ernährung ihrer Patient:innen und dem Verlauf depressiver Symptome, daraufhin beginnt sie eine Ausbildung zur Köchin. Heute leitet Uma Naidoo den Nutritional Psychiatry Service in den USA und hat ein Buch darüber geschrieben, welche Rolle die Ernährung bei verschiedenen neuropsychiatrischen Erkrankungen spielt. Das Feld [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">HELENE KÜHN. <em>Eine Psychiaterin am Massachusetts General Hospital bemerkt Muster in der Ernährung ihrer Patient:innen und dem Verlauf depressiver Symptome, daraufhin beginnt sie eine Ausbildung zur Köchin. Heute leitet Uma Naidoo den Nutritional Psychiatry Service in den USA und hat ein Buch darüber geschrieben, welche Rolle die Ernährung bei verschiedenen neuropsychiatrischen Erkrankungen spielt. Das Feld der Ernährungspsychologie ist noch relativ jung, aber durchaus vielversprechend. Ist es möglich, dass etwas so vermeintlich Einfaches, wie eine Ernährungsumstellung, als mögliche Prävention oder Intervention bei Depression eingesetzt werden kann?</em></p>



<span id="more-2139"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Seit relativ kurzer Zeit wird der Zusammenhang zwischen Ernährung und Depression erforscht. Studien, die Ernährungsweisen untersuchten, fanden Zusammenhänge zwischen einem erhöhten Depressionsrisiko und der sogenannten „Western Diet“, einer Ernährungsform, die Fast Food, stark verarbeitete Lebensmittel, gesättigte Fettsäuren und Zucker beinhaltet [1]. Wie es so oft der Fall ist, unterscheiden sich die Studien methodologisch sehr stark, sodass es schwierig ist, sich ein Gesamtbild zu verschaffen oder eine gute Empfehlung für die beste Ernährung zu geben. Trotzdem wird eine Umstellung der Ernährung zumindest als eine mögliche Form der Intervention bei Depression diskutiert. Im Folgenden sollen einige Studienergebnisse zusammengefasst werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass der Darm und das Gehirn eng miteinander verbunden sind, ist schon länger bekannt (und kann außerdem auch im Psycho-Path in der Ausgabe 37 nachgelesen werden). Dementsprechend kann die Ernährungsform über den Vagusnerv, der unter anderem die Verbindung zwischen beiden herstellt, einen Einfluss auf das Gehirn haben. Die Art der Ernährung führt dabei zu Veränderungen im Mikrobiom, was wiederum einen Einfluss auf das Verhalten haben kann, also zum Beispiel depressives oder ängstliches Verhalten bedingen kann [7].&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine groß angelegte Studie mit fast 15000 Studierenden in Spanien verfolgte die Ernährung und die Entwicklung depressiver Symptome über 10 Jahre [2]. Während zu Beginn keine:r der Teilnehmenden depressive Symptome zeigte, berichten die Autor:innen von 774 Fällen von Depressionen zum Zeitpunkt des Follow-Up. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang mit der Ernährung: Personen, die eher stark verarbeitete energiereiche Lebensmittel zu sich nahmen, die per Definition wenig Ballaststoffe und wenige wichtige Nährstoffe enthalten, hatten ein höheres Risiko, depressive Symptome zu entwickeln. Eine wichtige Rolle könnte dabei der Mangel an bestimmten Mikronährstoffen spielen, die in stark verarbeiteten Lebensmitteln nicht oder in zu geringen Mengen vorkommen. Dazu zählen Vitamine, Minerale, aber auch Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für eine gesunde Hirnfunktion sind. Besonders bekannt sind die Vitamine B12 und D, wobei ein Mangel mit verschiedenen neuropsychiatrischen Erkrankungen im Zusammenhang steht. Stark verarbeitete Lebensmittel beinhalten gleichzeitig mehr Trans-Fettsäuren sowie Zucker, wobei beides&nbsp; auch mit einem erhöhten Depressionsrisiko in Verbindung gebracht wurde [6]. Bei einer eher einseitigen Ernährung, die zum Beispiel der Western Diet folgt, nimmt auch die Diversität der Bakterien im Darm ab. Das begünstigt eine Vermehrung „schlechter“ Bakterien, die gesundheitsschädliche Folgen haben können. Unter anderem über diesen Mechanismus können Lebensmittel die chemischen Signale, die über den Vagusnerv vom Darm zum Gehirn gelangen, verändern [4].&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen schützenden Effekt scheint die sogenannte mediterrane Diät zu haben. Dabei handelt es sich um eine Ernährungsform, die viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und ungesättigte Fettsäuren enthält, aber wenig Fleisch- und Milchprodukte beinhaltet. Viele Studien weisen darauf hin, dass Personen, die sich eher gemäß einer mediterranen Diät ernähren, ein geringeres Risiko haben, eine Depression zu entwickeln. Diese Ernährungsform erhöht die Anzahl bestimmter förderlicher Bakterien, die einen positiven Einfluss auf kurzkettige Fettsäuren haben, die wiederum Hormone beeinflussen, welche Effekte im Gehirn bedingen und über diesen Mechanismus Verhalten beeinflussen können [3].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Studien untersuchen den Einfluss der Ernährung auf das Risiko, eine Depression zu entwickeln. In einem Review wurden einige Studien zusammengefasst, die depressive Patient:innen untersuchten, die an Diätinterventionen teilnahmen. Die Interventionen umfassten unter anderem eine mediterrane Diät, Fettreduzierung oder eine erhöhte Vollkornaufnahme. In allen Studien fielen Verbesserungen depressiver Symptome nach der Intervention auf, wenn auch im Rahmen sehr verschiedener Zeitfenster (10 Tage bis ein Jahr) und mit verschiedenen Messinstrumenten für depressive Symptome [5].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund dieser Ergebnisse ist es nicht abwegig, eine Änderung der Ernährung als eine mögliche therapiebegleitende Intervention bei Depression einzusetzen. Vor allem eine antiinflammatorische, antioxidante Diät, also mediterrane Diät, scheint bis zu einem gewissen Grad depressive Symptome verhindern oder verringern zu können. Das bedeutet, dass auch gesunde Personen über ihre Ernährung ihrer psychischen Gesundheit etwas Gutes tun können – was natürlich keineswegs heißt, dass gänzlich auf das gelegentliche Fast Food oder die Schokolade verzichtet werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:12px"><strong>Quellen</strong><br>[1] Adjibade, M., Julia, C., Allès, B., Touvier, M., Lemogne, C., Srour, B., Hercberg, S., Galan, P., Assmann, K. E., &amp; Kesse-Guyot, E. (2019). Prospective association between ultra-processed food consumption and incident depressive symptoms in the French NutriNet-Santé cohort. <em>BMC Medicine</em>, <em>17</em>(1), 78. https://doi.org/10.1186/s12916-019-1312-y<br>[2] Gómez-Donoso, C., Sánchez-Villegas, A., Martínez-González, M. A., Gea, A., Mendonça, R. D. D., Lahortiga-Ramos, F., &amp; Bes-Rastrollo, M. (2020). Ultra-processed food consumption and the incidence of depression in a Mediterranean cohort: The SUN Project. <em>European Journal of Nutrition</em>, <em>59</em>(3), 1093–1103. https://doi.org/10.1007/s00394-019-01970-1<br>[3] Lassale, C., Batty, G. D., Baghdadli, A., Jacka, F., Sánchez-Villegas, A., Kivimäki, M., &amp; Akbaraly, T. (2019). Healthy dietary indices and risk of depressive outcomes: A systematic review and meta-analysis of observational studies. <em>Molecular Psychiatry</em>, <em>24</em>(7), 965–986. https://doi.org/10.1038/s41380-018-0237-8<br>[4] Naidoo, U. (2020). <em>This is Your Brain on Food: An Indispensable Guide to the Surprising Foods that Fight Depression, Anxiety, PTSD, OCD, ADHD, and More.</em> Hachette.<br>[5] O’Neill, S., Minehan, M., Knight-Agarwal, C. R., &amp; Turner, M. (2022). Depression, Is It Treatable in Adults Utilising Dietary Interventions? A Systematic Review of Randomised Controlled Trials. <em>Nutrients</em>, <em>14</em>(7), 1398. https://doi.org/10.3390/nu14071398<br>[6] Sánchez-Villegas, A., Verberne, L., De Irala, J., Ruíz-Canela, M., Toledo, E., Serra-Majem, L., &amp; Martínez-González, M. A. (2011). Dietary Fat Intake and the Risk of Depression: The SUN Project. <em>PLoS ONE</em>, <em>6</em>(1), e16268. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0016268<br>[7] Sandhu, K. V., Sherwin, E., Schellekens, H., Stanton, C., Dinan, T. G., &amp; Cryan, J. F. (2017). Feeding the microbiota-gut-brain axis: Diet, microbiome, and neuropsychiatry. <em>Translational Research</em>, <em>179</em>, 223–244. https://doi.org/10.1016/j.trsl.2016.10.002</p>
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		<title>Essen gegen Epilepsie?</title>
		<link>https://psycho-path.de/essen-gegen-epilepsie/</link>
		
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		<pubDate>Thu, 05 Oct 2023 04:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#44 Ernährung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie ketogene Ernährung zur Verringerung der Anfallshäufigkeit beitragen kann REBECCA SIEBERT. Schon in der Antike empfahl der „Vater der Medizin”, Hippokrates, Patient:innen mit Epilepsie striktes Fasten [1]. So modern Buzzwords wie „Intervallfasten”, „Low-Carb” oder „Paleo-Diät” also klingen mögen, die Erkenntnis, dass sich unsere Ernährung auf unsere Gesundheit auswirkt, ist keine neue. Aber welche Rolle spielt [&#8230;]]]></description>
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<p class="has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Wie ketogene Ernährung zur Verringerung der Anfallshäufigkeit beitragen kann</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">REBECCA SIEBERT. <em>Schon in der Antike empfahl der „Vater der Medizin”, Hippokrates, Patient:innen mit Epilepsie striktes Fasten [1]. So modern Buzzwords wie „Intervallfasten”, „Low-Carb” oder „Paleo-Diät” also klingen mögen, die Erkenntnis, dass sich unsere Ernährung auf unsere Gesundheit auswirkt, ist keine neue. Aber welche Rolle spielt die Ernährung heutzutage in der Behandlung von Epilepsien?</em></p>



<span id="more-2164"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>HISTORISCHER HINTERGRUND</strong><br>Nach seiner ersten Blütezeit in den 1920er Jahren geriet der Ansatz einer Ernährungsumstellung bei Epilepsiepatient:innen Ende der 1930er Jahre zunächst wieder in Vergessenheit [1]. Eine rein medikamentöse Behandlung erschien vielen Ärzt:innen als deutlich angenehmer und weniger aufwändig. Denn auch wenn die ketogene Diät, die bei Epilepsiepatient:innen eingesetzt wird, nicht mehr so asketisch ist, wie das Fasten von Hippokrates, so ist sie doch mit starken Einschränkungen und sehr viel Disziplin verbunden. Hinzu kam, dass Ende der 1930er Jahre neue antikonvulsive Medikamente, welche bei Epilepsien verschrieben werden, entwickelt wurden. Diese Art der Medikamente hebt die Schwelle der Reizstärke an, die benötigt wird, damit Neurone feuern. Dadurch treten Überreizungen und daraus folgende epileptische Anfälle seltener bis gar nicht mehr auf [12]. Die neuen Medikamente zeigten eine gute Wirksamkeit ohne die starken Nebenwirkungen, die bis dahin mit dieser Klasse an Medikamenten einhergingen [1].</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MEDIKAMENTENRESISTENTE EPILEPSIE</strong><br>Die rein medikamentöse Behandlung ist, wenn sie wirkt, sehr effektiv. In ca. 30% der Fälle helfen Medikamente den Betroffenen jedoch nicht. Man spricht dann von einer medikamentenresistenten Epilepsie (DRE; engl. drug-resistant epilepsy) [16, 17]. Damit diese Diagnose vergeben wird, müssen Patient:innen zuvor erfolglos zwei verschiedene Antikonvulsiva einzeln oder als Kombinationstherapie verabreicht bekommen haben [17].</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><strong>DIE CHRONISCHE ERKRANKUNG EPILEPSIE IST NICHT DASSELBE WIE EIN EPILEPTISCHER ANFALL!</strong><br><br><strong>Definition epileptischer Anfall</strong><br>Epileptische Anfälle sind kurze Phasen, während derer eine Gruppe von Neuronen im Gehirn gleichzeitig zu stark feuert, was die normale Hirnaktivität beeinträchtigt [15, 18]. Das kann sich in sehr verschiedenen Symptomen ausdrücken. Oft sind Betroffene unwillkürlichen Bewegungen oder Versteifungen der Muskeln eines Teils oder ihres gesamten Körpers ausgesetzt. In manchen Fällen wirken epileptische Anfälle aber auch eher wie kurze Aussetzer: Betroffene starren zum Beispiel kurz vor sich hin und sind nicht ansprechbar. Es kann auch vorkommen, dass Betroffene sich innerlich ängstlich fühlen oder ein Déjà-Vu erleben und der Anfall für Außenstehende nicht sichtbar ist. Bei manchen dieser Anfälle kommt es zum Bewusstseinsverlust, des Öfteren auch zu Einnässen oder Einkoten [14]. Die Symptome variieren deshalb so stark, weil Anfälle überall im Gehirn ausgelöst werden können und somit auch alle Funktionen, die durch das Gehirn gesteuert werden, betroffen sein können [14].<br><br><strong>Definition Epilepsie</strong><br>Bei einer Epilepsie kommt es wiederholt zu epileptischen Anfällen. Wie häufig die Anfälle auftreten und wie lange sie andauern, ist von Person zu Person unterschiedlich [18]. Diagnostiziert wird eine Epilepsie, wenn mindestens zwei epileptische Anfälle, ohne ersichtlichen Auslöser, mit einem zeitlichen Abstand von mindestens 24 Stunden auftreten [14]. Epilepsien können verschiedene Ursachen haben, wie unter anderem erworbene Hirnschädigungen durch Geburtskomplikationen, schwere Kopfverletzungen, Infektionen des Gehirns, Schlaganfälle oder Gehirntumore, aber auch genetisch bedingte Fehlbildungen des Gehirns. In ungefähr der Hälfte der Fälle bleibt die genaue Ursache unbekannt [18].</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>WAS BEDEUTET „KETOGENE ERNÄHRUNG&#8220;?</strong><br>Bei der ketogenen Ernährung werden kohlenhydrathaltige Lebensmittel auf ein Minimum reduziert, während der Konsum von „gesunden” (ungesättigten) Fettsäuren deutlich erhöht wird. Proteine (Eiweiße) machen einen weiteren wichtigen Bestandteil dieser Ernährungsform aus. Das Verhältnis zwischen<br>den Lebensmittelgruppen setzt sich typischerweise folgendermaßen zusammen: 75% Fette, 20% Proteine, 5% Kohlenhydrate [6]. Inzwischen gibt es allerdings auch Alternativ-Diäten, mit nur 60-65% Fetten, 25-30% Proteinen und 10% Kohlenhydraten [3]. </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EINSATZ KETOGENER ERNÄHRUNGSANSÄTZE BEI EPILEPSIE</strong><br>Als letzter Versuch vor einem sehr invasiven, operativen Eingriff zum Entfernen des Epilepsieherds (also der Gehirnregion, in der die epileptischen Anfälle beginnen), ist das Mittel der Wahl oft die ketogene Ernährungsweise [17]. Diese wird nicht alleinig, sondern in Kombination mit der bestehenden medikamentösen Behandlung eingesetzt [7]. Am häufigsten wird diese Behandlung für Kinder gewählt. Durch die Unterstützung der Eltern in der Planung und Zubereitung der Gerichte ist es leichter als bei Erwachsenen, die Ernährung zu kontrollieren und die notwendige Beschränkung auf im Rahmen der Diät erlaubte Lebensmittel durchzusetzen [2, 10]. Jedoch werden leichter einzuhaltende und trotzdem (wenn auch etwas weniger) wirksame Diäten wie die Modifizierte Atkins Diät (MAD) inzwischen auch bei Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt [2, 6, 16]. Bei dieser Variante müssen Patient:innen ihr Essen nicht akribisch abwiegen, um das Verhältnis zwischen den Lebensmittelgruppen einzuhalten. Die Kohlenhydratmenge wird weiterhin kontrolliert, ist aber nicht ganz so stark begrenzt, wie bei der klassischen Keto-Diät. Außerdem ist ein größerer Eiweißanteil erlaubt und Flüssigkeiten können unbegrenzt eingenommen werden [6].</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>VERMUTETE WIRKMECHANISMEN</strong><br>Die Diät führt bei mehr als 50% der Patient:innen zu mindestens einer Halbierung der Anfallshäufigkeit, bei einigen sogar zu kompletter Anfallsfreiheit [1, 6, 10, 12, 17]. Zudem wirkt sich die Ernährungsumstellung positiv auf den Wachsamkeitsaspekt der Aufmerksamkeit von Patient:innen aus, vermutlich nicht allein durch die Ernährung, sondern auch durch die verringerte Häufigkeit an Anfällen [16]. Wie genau die ketogene Ernährung das Risiko epileptischer Anfälle reduziert, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Ernährungsumstellung scheint sich auf mehrere unterschiedliche Prozesse im Körper auszuwirken und ihr Erfolg bei der Epilepsiebehandlung könnte somit auch auf einer Kombination dieser Auswirkungen beruhen. Die wichtigsten der durch Studien gestützten Theorien sollen hier kurz vorgestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ketogene Ernährung wirkt sich, grob erklärt, folgendermaßen auf den Energiestoffwechsel des Körpers aus: normalerweise bezieht der Körper einen Großteil seiner Energie aus Glucose (Traubenzucker), welche in vielen kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln enthalten ist. Der geringe Anteil an Kohlenhydraten in der Keto-Diät führt dazu, dass im Körper weniger Glukose vorhanden ist. Dadurch stellt der Körper seinen Energiestoffwechsel um und benutzt statt Glukose sogenannte Ketonkörper, die beim Abbau von Fettsäuren entstehen [6, 11]. Dieser veränderte Zustand wird Ketose genannt. Durch den hohen Anteil an Fetten in der Keto-Diät wird diese Umstellung beibehalten, bis wieder mehr Kohlenhydrate konsumiert werden. „Cheat-Days”, also Tage, an denen man sich eine Pause von der strikten Diät gönnt, sind im Falle der Keto-<br>Diät bei Epilepsiepatient:innen nicht empfohlen, da sie danach jedes Mal von vorne beginnen müssten, den Körper wieder in eine Ketose zu versetzen [6].</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><strong>GUT ZU WISSEN</strong><br>Es gestaltet sich schwierig, doppelblinde Studien zur Wirksamkeit der Keto-Diät durchzuführen. Man merkt den Patient:innen durch den für die Keto-Diät charakteristischen säuerlichen Mundgeruch oft an, dass sie zur Treatment-Gruppe gehören. Außerdem ist es schwierig für die Kontrollgruppe nicht-keto Gerichte zusammenzustellen, die sich optisch nicht von denen der Treatment-Gruppe unterscheiden [1].</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die veränderten Anteile der Lebensmittelzusammensetzung und den in<br>Folge veränderten Energiestoffwechsel steigt die Anzahl an Ketonkörpern und an mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Körper an [17]. Das scheint eine neuroprotektive Wirkung zu haben, also zur Aufrechterhaltung von gesunden Zellen im Gehirn beizutragen. Denn das Verstoffwechseln der Ketonkörper läuft langsamer ab und produziert und speichert mehr Energie als der Glukose-Stoffwechsel. Über verschiedene Mechanismen führt das zum einen zu einer Hyperpolarisation der Zellmembranen und damit zu einer angehobenen Feuerschwelle, was epileptischen Anfällen entgegenwirkt. Zum anderen entstehen weniger freie Sauerstoffradikale als Beiprodukt, welche in einer Übermenge zu oxidativem Stress führen [5, 11, 17]. Durch die verringerte Anzahl von freien Sauerstoffradikalen bei einer Keto-Diät werden Zellen vor Beschädigung geschützt.<br>Langfristig werden die Neurone widerstandsfähiger und bleibende Gewebeschäden im Gehirn werden durch das Verhindern des Zelltods, einem weiteren Effekt der Keto-Diät, reduziert [17]. Das ist wichtig, da durch die starke neuronale Hyperaktivität während besonders langanhaltender epileptischer Anfälle Hirngewebe zu Schaden kommen kann [8].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Produktion des im Gehirn wichtigen inhibierenden Neurotransmitters<br>GABA wird durch den Ketose-Stoffwechsel angeregt. Das hilft zusätzlich, die neuronalen Membranen zu hyperpolarisieren, also ein Feuern der Neurone erst bei deutlich mehr Stimulation zu ermöglichen [17].Zu guter Letzt wird auch ein Zusammenhang zwischen Epilepsie und dem Mikrobiom (der Bakterien und anderen Mikroorganismen) im Darm angenommen [4]. Patient:innen, bei denen Epilepsie-Medikamente wirksam waren, wiesen ein Mikrobiom auf, welches dem von gesunden Menschen ähnelte. Bei jenen, die eine DRE diagnostiziert bekommen hatten, war die Zusammensetzung der Bakterien verändert [9]. Eine Möglichkeit, die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm wieder in eine gesündere Richtung zu verändern, bietet die ketogene Ernährung [9]. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich hat auch die Keto-Diät, wie fast alle Behandlungen, Nebenwirkungen. Durch den Übergang vom Glukose-Stoffwechsel hin zum Ketose-Stoffwechsel können sich Patient:innen für einige Tage erschöpfter fühlen als sonst [6]. Bei langfristiger Anwendung der Diät kann es bei Kindern unter anderem zu Beeinträchtigungen im Wachstum kommen, zu chronischer Verstopfung oder auch zu Nierensteinen [6]. In vielen Fällen wird die Keto-Diät allerdings nur ungefähr zwei Jahre lang angewendet und es werden zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel verabreicht [10]. Wenn sich die Epilepsie verbessert hat, können Patient:innen nach und nach wieder alles essen [6, 12, 18].</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:12px"><strong>Quellen</strong><br>[1] Bailey, E. E., Pfeifer, H. H., &amp; Thiele, E. A. (2005). The use of diet in the treatment of epilepsy. Epilepsy &amp; Behavior, 6(1), 4–8. https://doi.org/10.1016/j.yebeh.2004.10.006<br>[2] Ciattei, J. (2023, May 16). Ketogenic diet therapy for epilepsy: The Johns Hopkins Epilepsy Center. Johns Hopkins Medicine. https://www.hopkinsmedicine.org/neurology_neurosurgery/centers_clinics/epilepsy/diet-therapy.html<br>[3] D’Andrea Meira, I., Romão, T. T., Pires do Prado, H. J., Krüger, L. T., Pires, M. E., &amp; da Conceição, P. O. (2019). Ketogenic diet and epilepsy: What we know so far. Frontiers in Neuroscience, 13. https://doi.org/10.3389/fnins.2019.00005<br>[4] Deutsche Zentren für Gesundheitsforschung. (1970, June 6). Mikrobiom. Mikrobiom | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung. https://www.dzif.de/de/glossar/mikrobiom<br>[5] Dix, M. (2018, September 29). Oxidative stress: Definition, effects on the body, and prevention. Healthline. https://www.healthline.com/health/oxidative-stress#effects<br>[6] Dolson, L. (2023, May 5). How to follow a ketogenic diet for epilepsy. Verywell Health. https://www.verywellhealth.com/ketogenic-diet-for-epilepsy-2241627<br>[7] Epilepsy Foundation. (n.d.). Diets. Epilepsy Foundation. https://epilepsyfoundation.org.au/understanding-epilepsy/treatments-and-management/diets/<br>[8] Epilepsy Foundation. (n.d.). Meeting news: Do seizures damage the brain?. Epilepsy Foundation. https://www.epilepsy.com/stories/meeting-news-do-seizures-damage-brain<br>[9] Fan, Y., Wang, H., Liu, X., Zhang, J., &amp; Liu, G. (2019). Crosstalk between the ketogenic diet and epilepsy: From the perspective of gut microbiota. Mediators of Inflammation, 2019, 1–9. https://doi.org/10.1155/2019/8373060<br>[10] International League Against Epilepsy. (n.d.). Ketogenic diet basics. Ketogenic Diet Basics. https://www.ilae.org/patient-care/ketogenic-diets/basics<br>[11] Kim, D. Y., &amp; Rho, J. M. (2008). The ketogenic diet and epilepsy. Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care, 11(2), 113–120. https://doi.org/10.1097/mco.0b013e3282f44c06<br>[12] Kossoff, E., &amp; Sirven, J. I. (2017, October 25). Ketogenic diet. Epilepsy Foundation. https://www.epilepsy.com/treatment/dietary-therapies/ketogenic-diet#Can-the-diet-ever-be-stopped?<br>[13] Lubliner, A. (2019, August 22). Antiepileptika. Antiepileptika: Medikamente, Wirkstoffe &amp;amp; Anwendungsgebiete. https://www.onmeda.de/therapie/wirkstoffgruppen/antiepileptika-id205081/<br>[14] Mayo Foundation for Medical Education and Research. (2023, April 28). Epilepsy. Mayo Clinic. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/epilepsy/symptoms-causes/syc-20350093<br>[15] Nationwide Children’s Hospital. (n.d.). Epilepsy. Causes, Symptoms, Diagnosis and Treatment. https://www.nationwidechildrens.org/conditions/epilepsy<br>[16] van Berkel, A. A., IJff, D. M., &amp; Verkuyl, J. M. (2018). Cognitive benefits of the ketogenic diet in patients with epilepsy: A systematic overview. Epilepsy &amp; Behavior, 87, 69–77. https://doi.org/10.1016/j.yebeh.2018.06.004<br>[17] Verrotti, A., Lapadre, G., Di Francesco, L., Zagaroli, L., &amp; Farello, G. (2020). Diet in the treatment of epilepsy: What we know so far. Nutrients, 12(9). https://doi.org/10.3390/nu12092645<br>[18] World Health Organization. (n.d.). Epilepsy. World Health Organization. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/epilepsy</p>
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		<title>Was macht die Forschung&#8230;? Ein kleiner Überblick zu Themen rund um die Ernährung</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Oct 2023 04:09:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[ORGANISATION: LYDIA RICHTER; AUTORINNEN: LYDIA RICHTER, HELENE KÜHN, JULIA ROGGENBUCK. Nicht selten sind wir erstaunt, wie breit gefächert viele Forschungsgebiete doch sind und zu welchen Themen es alles Studien gibt. Das haben wir auch bei unseren Recherchen zum Thema Ernährung festgestellt und eine spannende Auswahl an Studienergebnissen zu Staunen und Schmunzeln zusammengetragen &#8211; natürlich alles [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">ORGANISATION: LYDIA RICHTER; AUTORINNEN: LYDIA RICHTER, HELENE KÜHN, JULIA ROGGENBUCK. <em>Nicht selten sind wir erstaunt, wie breit gefächert viele Forschungsgebiete doch sind und zu welchen Themen es alles Studien gibt. Das haben wir auch bei unseren Recherchen zum Thema Ernährung festgestellt und eine spannende Auswahl an Studienergebnissen zu Staunen und Schmunzeln zusammengetragen &#8211; natürlich alles andere als vollständig!</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vitamine gegen Gewalt</strong><br>In einem Gefängnis konnten antisoziale Verhaltensweisen bemerkenswert reduziert werden, indem der gewöhnliche Speiseplan für sieben Tage mit einer physiologisch angemessenen Zufuhr an Vitaminen, Mineralien und essentiellen Fettsäuren ergänzt wurde.[1]</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das perfekte Essen fürs erste Date</strong><br>Laut einer Studie zur “Embodied Cognition” bewerteten Frauen, die einen würzig-scharfen Snack zu sich nahmen, im Vergleich zu Frauen, die einen süßen Snack verzehrten, Männergesichter als attraktiver und zeigten ein höheres romantisches Interesse an diesen Männern. Das wurde damit erklärt, dass Wörter wie <em>scharf </em>oder <em>heiß</em> auch mit körperlicher Attraktivität assoziiert werden.[2]</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Psychische Erkrankung und Vegetarismus</strong><br>Einiges deuten darauf hin, dass sich Vegetarier:innen einer besonders guten physischen Gesundheit erfreuen.[3] Doch wie sieht es mit der psychischen Gesundheit aus? In diesem Fall gibt es Hinweise auf einen gegenteiligen Zusammenhang. Laut einer Studie weisen Vegetarier:innen eine erhöhte Prävalenzrate verschiedener psychischer Störungen auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Erleben einer psychischen Störung die Wahrscheinlichkeit erhöht, sich für eine vegetarische Ernährung zu entscheiden.[4]</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit Achtsamkeit den Schokoladenkonsum reduzieren</strong> <br>Laut einer experimentellen Studie zu zwei unterschiedlichen Übungen für achtsames Essen konsumierten die Teilnehmenden der zwei Achtsamkeitsgruppen direkt im Anschluss deutlich weniger Schokolade als die Teilnehmenden der Kontrollbedingung. Hinsichtlich der Zufriedenheit und dem Wunsch der Teilnehmenden, mehr Schokolade zu konsumieren, zeigten sich jedoch keine signifikanten Unterschiede.[5]</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Empfänglichkeit für Lebensmittelwerbung sagt Gewichtszunahme bei Erwachsenen vorher</strong><br>Viele längsschnittliche Studien belegen Zusammenhänge zwischen Lebensmittelwerbung im Fernsehen und Gewichtszunahme. Der Mechanismus hinter diesem Effekt könnte in Hirnarealen liegen, die für das Verarbeiten von Belohnung zuständig sind. Yokum et al. (2014) fanden eine positive Korrelation zwischen der Aktivität im Striatum bei Lebensmittelwerbung und der Gewichtszunahme ein Jahr später.[6]</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zusammenhang zwischen Übergewicht im mittleren Alter und kognitiver Abnahme</strong><br>Eine fettreiche Ernährung im mittleren Alter wird mit späteren kognitiven Defiziten assoziiert. In Studien zeigten Teilnehmende schon nach wenigen Tagen, in denen sie eine high fat diet konsumierten, schlechtere Leistungen im Arbeits- und episodischem Gedächtnis. Personen, die sich dauerhaft fettreich ernähren und übergewichtig sind, haben später ein erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken. Der Mechanismus dahinter wird in der aus langkettigen Fettsäuren resultierenden möglichen Neuroinflammation im Hippocampus vermutet.[7]</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Persönlichkeitseigenschaften und Ernährungsentscheidungen</strong><br>Persönlichkeitseigenschaften können die Art der Ernährung beeinflussen, inklusive ob wir uns gesund oder ungesund ernähren. Sie beeinflussen auch die Neigung, die eigene Ernährung zu ändern. Personen mit höheren Scores bei Neurotizismus und Alexithymie (Unfähigkeit, Emotionen zu erkennen und zu beschreiben) zeigen eher ein ungesundes Essverhalten (z. B. hoher Zuckerkonsum, weniger Gemüse und Obst). Personen, die sich vegan ernähren, haben höhere Scores in Offenheit.[8]</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:12px"><strong>Quellen</strong><br>[1] Gesch, C. B., Hammond, S. M., Hampson, S. E., Eves, A., &amp; Crowder, M. J. (2002). Influence of supplementary vitamins, minerals and essential fatty acids on the antisocial behaviour of young adult prisoners: Randomised, placebo-controlled trial. <em>The British Journal of Psychiatry</em>, <em>181</em>(1), 22-28.<br>[2] Miska, J., Hemmesch, A. R., &amp; Buswell, B. N. (2018). Sugar, Spice, and Everything Nice: Food Flavors, Attraction, and Romantic Interest. <em>Psi Chi Journal of Psychological Research</em>, <em>23</em>(1).<br>[3] Marsh, K., Zeuschner, C., &amp; Saunders, A. (2012). Health implications of a vegetarian diet: a review. <em>American Journal of Lifestyle Medicine</em>, <em>6</em>(3), 250-267.<br>[4] Michalak, J., Zhang, X.C. &amp; Jacobi, F. Vegetarian diet and mental disorders: results from a representative community survey. <em>Int J Behav Nutr Phys Act</em> 9, 67 (2012).<br>[5] Mantzios, M., Skillett, K., &amp; Egan, H. (2019). Examining the effects of two mindful eating exercises on chocolate consumption: An experimental study. <em>European Journal of Health Psychology</em>, 26(4), 120–128<strong>.</strong><br>[6] Yokum, S., Gearhardt, A. N., Harris, J. L., Brownell, K. D., &amp; Stice, E. (2014). Individual differences in striatum activity to food commercials predict weight gain in adolescents. <em>Obesity</em>, <em>22</em>(12), 2544-2551.<br>[7] Spencer, S. J., Korosi, A., Layé, S., Shukitt-Hale, B., &amp; Barrientos, R. M. (2017). Food for thought: how nutrition impacts cognition and emotion. <em>npj Science of Food</em>, <em>1</em>(1), 7.<br>[8] Esposito, C. M., Ceresa, A., &amp; Buoli, M. (2021). The association between personality traits and dietary choices: a systematic review. <em>Advances in Nutrition</em>, <em>12</em>(4), 1149-1159.</p>
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		<title>Die Entscheidung aus dem Bauch heraus</title>
		<link>https://psycho-path.de/die-entscheidung-aus-dem-bauch-heraus/</link>
		
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2021 13:14:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#mehr_wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[JULIANE LUCAS. Schlechte Nachrichten schlagen uns auf dem Magen, gleichzeitig trifft unser Bauch aber auch ab und an intuitive Entscheidungen für uns. Was seit Langem in unserer Sprache verwurzelt ist, findet inzwischen auch immer mehr Interesse in der Forschung, sodass man versucht die Interaktion des Gehirns und des Bauches genauer zu ergründen. Im Folgenden wollen [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">JULIANE LUCAS. <strong>Schlechte Nachrichten schlagen uns auf dem Magen, gleichzeitig trifft unser Bauch aber auch ab und an intuitive Entscheidungen für uns. Was seit Langem in unserer Sprache verwurzelt ist, findet inzwischen auch immer mehr Interesse in der Forschung, sodass man versucht die Interaktion des Gehirns und des Bauches genauer zu ergründen. Im Folgenden wollen wir uns aber nur mit der einen Richtung beschäftigen: Welchen Einfluss haben Darm und Ernährung auf unser Denken, Verhalten und Entscheiden?</strong><span id="more-1617"></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als „zweites Gehirn“, spielt der Darm mit seinen über 200 Millionen Neuronen eine bedeutende Rolle, sind es doch etwa so viele, wie ein Hund in seiner Hirnrinde aufweist. Hinzu kommen noch die ca. 100 Milliarden Mikroorganismen wie zum Beispiel Bakterien, die Substanzen freisetzen, welche sich wiederum ebenfalls auf unsere Persönlichkeit, unser Verhalten und unsere Gesundheit auswirken. Ein Forschungsteam der McMaster University in Ontario tauschte beispielsweise die Mikrobiome, also die Gesamtheit dieser Mikroorganismen des Darms, zweier Mäuse aus, welche daraufhin jeweils die Persönlichkeit des Spenders annahmen. So wurde die einst mutige Maus schüchtern und ängstlich, während die andere die gegenteilige Persönlichkeitsänderung aufwies. [1] Dies spricht für einen unglaublich hohen Einfluss der Darmmikroben auch auf unsere Persönlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der Gesundheitsforschung öffnet der Blick auf unser enterisches Nervensystem völlig neue Türen, zum Beispiel für die Behandlung von Depressionen, die Heilung von Osteoporose und für die rechtzeitige Erkennung von Morbus Parkinson. So klagen Parkinson-Patienten häufig über Verdauungsbeschwerden. Untersuchungen haben gezeigt, dass befallene Nervenzellen im Darm dieselben Schädigungen wie die im Gehirn aufweisen, sodass durch Darmbiopsien Morbus Parkinson diagnostiziert werden kann. Da in einigen Fällen Verdauungsprobleme schon Jahre vor den typischen Symptomen der Krankheit auftreten können, liegt die Vermutung nahe, dass die Krankheit vielleicht sogar ihren Ursprung im Darm hat und sich dann erst weiter in die entsprechenden Bereiche, wie in die Substantia Nigra, im Gehirn ausbreitet. [2]</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1623" src="https://psycho-path.de/wp-content/uploads/2021/01/Screenshot-2021-01-24-at-14.20.46-644x574.png" alt="" width="384" height="341" srcset="https://psycho-path.de/wp-content/uploads/2021/01/Screenshot-2021-01-24-at-14.20.46-644x574.png 644w, https://psycho-path.de/wp-content/uploads/2021/01/Screenshot-2021-01-24-at-14.20.46-600x535.png 600w, https://psycho-path.de/wp-content/uploads/2021/01/Screenshot-2021-01-24-at-14.20.46.png 1736w" sizes="(max-width: 384px) 100vw, 384px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie kommt es, dass Hirn und Darm so sehr miteinander verbunden sind? Gehen wir mal viele Jahrtausende zurück, als die Menschen Kontrolle über das Feuer bekamen. Denn erst mit der Beherrschung des Feuers konnte Fleisch gebraten werden, was die Verdauung einfacher und effizienter gestaltete. Somit blieb mehr Energie übrig, die in ein zweites Organ, das Gehirn, gesteckt werden konnte. Im Laufe der Evolution wuchs dieses also vor allem auf Grund der neu gewonnen überflüssigen Energie, die im Gehirn nun für höhere kognitive Prozesse einsetzbar war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die starke Verbindung der Nervensysteme besteht heute noch besonders über Substanzen der Mikroorganismen, den Vagusnerv, aber auch über Neurotransmitter, die sowohl im Darm als auch im Gehirn produziert werden und sich auf beide Nervensysteme auswirken. Besonders Serotonin spielt dabei eine bedeutsame Rolle, auch bei der am Anfang erwähnten Forschung zur Behandlung von Osteoporose. Durch erfolgreiches Hemmen der Serotonin-Freisetzung im Darmtrakt gelang es Forschern die Knochenmasse &#8211; zumindest bei Nagetieren – so zu regulieren, sodass eine Heilung der knochenschädigenden Krankheit möglich wäre. [3]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Eigenschaften des Darms, wie zum Beispiel die Anzahl bestimmter Bakterien oder die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter, lassen sich nicht direkt und willentlich von uns bestimmen. Doch inwiefern verändern sich unser Verhalten und unsere Persönlichkeit durch unsere Ernährung?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einfluss der aufgenommen Nahrung beginnt schon in der Schwangerschaft. Studien haben ergeben, dass Kinder eher Anzeichen von Wutanfällen und Aggressivität aufwiesen, wenn deren Mütter während der Schwangerschaft besonders viel Junkfood und industriell verarbeitete Lebensmittel zu sich nahmen. Auch bei Mäusen, die ohne Omega-3-Fettsäuren aufwuchsen, sind Verhaltensweisen sichtbar, die bei Artgenossen nicht auftreten. So führt eben jener Mangel zu reduzierten Verästelungen und weniger Verknüpfungen zwischen den Neuronen im Gehirn der Mäuse, sodass Informationen nicht effizient übertragen werden können. Dies hat ein ängstliches und gestresstes Verhalten der Mäuse zur Folge. Auch bei Menschen lässt sich ein Zusammenhang zwischen dem Mangel an Omega-3-Fettsäuren und Aggressivität beobachten. [4]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine gesunde Entwicklung des Gehirns ist es also vor allem wichtig, sich ausgewogen zu ernähren. So können alle Nährstoffe und Mineralien aufgenommen werden und neben dem Körper auch den Geist stärken. Für unser Gehirn sind dabei besonders verschiedene Gemüsearten und Hülsenfrüchte sinnvoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch selbst wenn wir uns bewusst ernähren, haben wir keine komplette Kontrolle über unser Verhalten: Ernährung kann auch unsere Entscheidungen beeinflussen. Eine Studie hat gezeigt, dass abhängig von der Zusammensetzung eines Frühstückes, Entscheidungen unterschiedlich gefällt werden. Bei einem Verhaltensexperiment, bei dem eine fiktive Person entscheidet, wie sie zehn Euro auf zwei Personen aufteilt, zeigten sich Probanden weniger über eine ungerechte Behandlung verärgert, wenn sie zuvor ein proteinreiches Frühstück zu sich genommen hatten. Demnach sind sie eher bereit, die Einteilung der zehn Euro zu akzeptieren und den Betrag entgegenzunehmen. Dies ist auf die Zunahme der Dopaminausschüttung durch Tyrosin zurückführbar, welches mit der proteinreichen Nahrung verstärkt aufgenommen wurde. [5] Bei proteinarmer Nahrung hingegen lehnten die Probanden die Aufteilung des Geldes bei gefühlter Ungerechtigkeit eher ab, obwohl sie dadurch gar kein Geld ausgezahlt bekamen. Demnach kann unsere Ernährungsweise durchaus unsere Entscheidungen und auch Gefühle beeinflussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammengefasst: Dadurch, dass sich unser Gehirn erst nach dem Darm entwickelt hat und wir dessen Entwicklung und Aufbau durch unsere Nahrung mitbestimmen, liegt eine entscheidende Beeinflussung durch den Darmtrakt vor. Während wir im Psychologiestudium vorherrschend das Gehirn untersuchen, liegt der Ursprung mancher Krankheiten oder Verhaltensweisen vielleicht sogar noch tiefer, als wir annehmen. Doch langsam treten immer wieder neue Erkenntnisse zutage, sodass uns in den kommenden Jahren vielleicht noch etwas mehr Forschung bezüglich des enterischen Verdauungssystems erwartet.</p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size: 12px;"><strong>Quellen</strong>:<br />[1] Schmidt, C. (2015, March 1). Mental Health May Depend on Creatures in the Gut. Retrieved from https://www.scientificamerican.com/article/mental-health-may-depend-on-creatures-in-the-gut/.<br />[2] Denjean, C. [ARTEde]. (2019, October 12). <em>Der kluge Bauch: Unser zweites Gehirn ǀ Doku ǀ ARTE</em>. [Video file]. https://www.youtube.com/watch?v=sNSaGgmsc6o<br />[3] Hadhazy, A. (2010, February 12). Think Twice: How the Gut&#8217;s &#8222;Second Brain&#8220; Influences Mood and Well-Being. Retrieved from https://www.scientificamerican.com/article/gut-second-brain/.<br />[4] Hitier, R. [ARTEde]. (2019, September 14). <em>Unser Gehirn ist, was es isst ǀ Doku ǀ ARTE</em>. [Video file]. https://www.youtube.com/watch?v=0vj47QaL8Y0<br />[5] Strang, S., Hoeber, C., Uhl, O., Koletzko, B., Munte, T. F., Lehnert, H., … Park, S. Q. (2017). Impact of nutrition on social decision making. <em>Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America</em>, <em>114</em>(25), 6510–6514. https://doi.org/10.1073/pnas.1620245114</p>
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