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	<title>depression &#8211; Psycho-Path WordPress-Seite</title>
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		<title>Bouldern gegen depressive Symptomatik </title>
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		<pubDate>Sat, 22 Jun 2024 09:50:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Wirksamkeit einer alternativen Psychotherapiemethode  ANNE HOMMEL. Der populäre Klettersport Bouldern genießt seit einigen Jahren eine immer größere Beliebtheit und bietet gleichzeitig neue Möglichkeiten für die Behandlung von Depressionen. Basierend auf den “KuS-Studien“ (Klettern und Stimmung) [1] des Universitätsklinikums Erlangen wird der Trendsport nun als innovative Therapiemethode eingesetzt. Dabei werden wirksame Elemente aus bewährten Therapieansätzen [&#8230;]]]></description>
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<h3 class="wp-block-heading">Die Wirksamkeit einer alternativen Psychotherapiemethode </h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="block-19fb5736-7f80-4802-9ce0-bb5cfafa1308">ANNE HOMMEL. <em>Der populäre Klettersport Bouldern genießt seit einigen Jahren eine immer größere Beliebtheit und bietet gleichzeitig neue Möglichkeiten für die Behandlung von Depressionen. Basierend auf den “KuS-Studien“ (Klettern und Stimmung) [1] des Universitätsklinikums Erlangen wird der Trendsport nun als innovative Therapiemethode eingesetzt. Dabei werden wirksame Elemente aus bewährten Therapieansätzen vereint. </em></p>



<span id="more-2259"></span>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-link-color has-small-font-size wp-elements-4 wp-block-paragraph" id="block-d089a485-8728-4829-9bd7-b5da01f8b443"><strong>Vorab: Definition </strong><br>Bouldern ist das Klettern ohne Sicherungsseil und Klettergurt an Wänden in Absprunghöhe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Boulderpsychotherapie handelt es sich um die Verbindung von Bewegung und körperlicher Aktivität durch das Bouldern mit psychotherapeutischen Interventionen aus der Verhaltenstherapie. [2] Die Boulderpsychotherapie erfolgt üblicherweise in Gruppen und wird dabei von geschulten Therapeut:innen begleitet. Die Therapeut:innen werden ausgebildet, damit sie sowohl über Kenntnisse und Erfahrungen zu Therapiekonzepten verfügen als auch eigene Kletterfähigkeiten nachweisen können. Auf diese Weise kann eine individuelle, bedürfnisorientierte Intervention zur gezielten Verbesserung der Symptome von Betroffenen ermöglicht werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bouldern löst eine hohe emotionale Aktivierung aus. Dahingehend können verschiedene, für die Therapie relevante, Themen bearbeitet werden und anhand ausgewählter Boulderübungen belastende Verhaltensweisen oder Denkmuster durchbrochen werden. Mithilfe des Therapeut:innenteams oder anderen Gruppenteilnehmenden können sowohl Problemlösungen besprochen und ausgewertet als auch neue Herangehensweisen entwickelt werden, um herausfordernde Situationen im Alltag aktiv besser zu bewältigen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Bouldern kommen mehrere Wirkmechanismen zusammen, die eine Psychotherapie bei Depressionen deutlich unterstützen können. Häufig setzt es am Anfang viel Überwindung und Mut voraus, sich an die Wand zu trauen. Jedoch wird man auch frühzeitig mit Erfolgserlebnissen belohnt, wenn man einen Versuch wagt, sich auf die Situation einlässt und sich ausprobiert. Dahingehend wird der Umgang mit Grenzen schnell erlernt. Eigene Fähigkeiten werden oftmals unterschätzt. Durch das Bouldern können das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl deutlich gestärkt und damit gleichermaßen das Loslösen von Ängsten erleichtert werden. [3] Insbesondere Einsteiger:innen können deutliche Fortschritte erfahren, da Bouldertechniken rasch erlernt werden. Diese erleichtern es spürbar, auch schwere Routen zu schaffen. Darüber hinaus werden für das Bouldern relevante Muskelgruppen schnell aufgebaut, sodass die Teilnehmenden zeitnah den Leistungsfortschritt an sich beobachten können. Zudem erzeugen die aktive Unterstützung der Therapeut:innen und die Ermutigung von der Gruppe in Form von gegenseitigem Zuspruch eine motivierende Atmosphäre, in der Selbstwirksamkeit maßgeblich gefördert werden kann. Bouldern ist ein sozialer Sport, da man gemeinsam über mögliche Lösungen für Routen nachdenkt und sich gegenseitig anfeuert. Ratschläge und Hilfestellungen können zusätzlich zu einer sicheren Umgebung beitragen und gleichzeitig eine heilsame Erfahrung für die Teilnehmenden darstellen. Mit der Zeit entwickelt sich ein Feingefühl für Bewegungen und Körperpositionen, wodurch positive physische Erfahrungen gemacht werden und sich ein angenehmes, ausbalanciertes Körpergefühl etabliert. Menschen, die unter Depressionen leiden, können wieder in Einklang mit ihrem Körper kommen und ihre eigene Kraft spüren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von großer Bedeutung für die Erklärung der Wirksamkeit von therapeutischem Bouldern ist, dass während des Boulderns individuelle Bewältigungs- und Lösungsstrategien aktiv ausprobiert werden können. Dadurch, dass die Konzentration durch den unmittelbar bevorstehenden Zug zum nächsten Griff vollständig beansprucht wird, werden die für Depressionen typischen Grübelschleifen unterbrochen. Man muss präsent und fokussiert bleiben, anstatt sich in Gedanken zu verlieren. Ein weiteres häufiges Symptom bei Depressionen ist, dass sich Betroffene nicht viel zutrauen, ohne es ausprobiert zu haben. Deshalb ist es von Bedeutung, sich erreichbare Ziele zu setzen. Persönliche Leistungserrungenschaften innerhalb der Bouldertherapie können dabei die Selbstwirksamkeit insgesamt stärken und dazu beitragen, sich auch im Alltag mit fordernden Situationen und neuen Aufgaben auseinanderzusetzen, ohne vorschnell aufzugeben. Das Bouldern dient somit der Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, die Boulderwand zu erleben und Erkenntnisse über sich zu gewinnen. Es wird gelernt, das Vertrauen in sich zu finden. Gleichzeitig werden individuelle Stärken entdeckt, welche die Lebensqualität steigern können. Die Teilnehmenden suchen sich Routen mit einem Schwierigkeitsgrad aus, der ihren Ansprüchen gerecht wird. So wirkt man bei Menschen mit depressiven Symptomen dem Interessensverlust an Aktivitäten entgegen. [3] Das Therapeut:innenteam ist darin geschult, unterdrückte Emotionen zu bearbeiten. Frustration beispielsweise kann schnell aufkommen, wenn Routen nicht beim ersten Versuch geschafft werden und die Teilnehmenden zu ungeduldig mit sich selbst sind oder sie ihren eigenen stark überhöhten Erwartungen nicht gerecht werden. In solchen Situationen ist es seitens der Therapeut:innen wichtig hervorzuheben, die Gefühle zu akzeptieren, anzunehmen und die Emotionen zu integrieren. Auch Angst oder Freude sind häufig auftretende Emotionen beim Bouldern. Regelmäßiges Klettern trägt dazu bei, den Umgang mit den eigenen Gefühlen zu trainieren. [4] Auch soziale Beziehungen können über eine therapeutische Boulderübung erlebbar gemacht werden. Beispielsweise werden die Themen Nähe und Distanz sowie Verantwortung und Anhängigkeit veranschaulicht, indem die Teilnehmenden eine Route gemeinsam bewältigen sollen und dabei durch ein Seil verbunden sind. [2]</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der “KuS-Studie“ konnten klinisch relevante positive Effekte auf die Selbstwirksamkeit bei Personen nachgewiesen werden, die unter Symptomen von Depressionen leiden. [5] Dabei wurde das therapeutische Bouldern mit einer Verhaltenstherapie und einem aktivierenden Bewegungsprogramm verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Bouldertherapie wirksamer ist, als mehrmals die Woche Sportübungen allein zu Hause durchzuführen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Effekte der kognitiven Verhaltensgruppentherapie nicht über die Wirksamkeit des therapeutischen Kletterns hinausgingen. [6] Damit erweist sich die Boulderpsychotherapie als eine langfristig wirksame Therapiemethode [7] und sollte dahingehend neben etablierten Therapiekonzepten als ergänzende Behandlungsmöglichkeit von Depressionen wahrgenommen werden, um die Therapieangebote zu erweitern. Das therapeutische Bouldern zeichnet sich durch eine niedrige Hemmschwelle aus, sodass der Zugang zu dieser Therapie leichter ist als zu anderen, eher stigmatisierenden Behandlungsansätzen, da das Bouldern als eine attraktive Sportart wahrgenommen wird. [1]</p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-link-color has-small-font-size wp-elements-5 wp-block-paragraph"><strong>Weiterführende Information </strong><br>Die positiven Effekte der Boulderpsychotherapie werden auch bei anderen Krankheitsbildern wie dem Burnout oder bestimmten Formen von Angststörungen als wirksame Therapiemethode angewendet. </p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph" style="font-size:12px"><strong>Quellen</strong>:<br>[1] Uniklinikum Erlangen. Die Wissenschaft. (n.d.). <em>Psychiatrie &#8211; Uniklinikum Erlangen</em>. Retrieved February 20, 2024, from https://www.psychiatrie.uk-erlangen.de/med-psychologie-soziologie/forschung/app-boulderpsychotherapie/die-wissenschaft/<br>[2] Uniklinikum Erlangen. Die Therapie. (n.d.). <em>Psychiatrie &#8211; Uniklinikum Erlangen</em>. Retrieved February 20, 2024, from <a href="https://www.psychiatrie.uk-erlangen.de/med-psychologie-soziologie/forschung/die-therapie/">https://www.psychiatrie.uk-erlangen.de/med-psychologie-soziologie/forschung/die-therapie/</a><br>[3] Kranisch, L. (2023, August 17). Der Depression davonklettern: Bouldern für die psychische Gesundheit. <em>Psylife</em>. <a href="https://psylife.de/magazin/der-depression-davonklettern-bouldern-fuer-die-psychische-gesundheit">https://psylife.de/magazin/der-depression-davonklettern-bouldern-fuer-die-psychische-gesundheit</a><br>[4] Schummeck, J. (2017, April 18). Wie Bouldern gegen Depressionen helfen kann. <em>Zeit</em>. <a href="https://www.zeit.de/zett/2017-04/wie-bouldern-gegen-depressionen-helfen-kann">https://www.zeit.de/zett/2017-04/wie-bouldern-gegen-depressionen-helfen-kann</a><br>[5] Kratzer, A., Luttenberger, K., Karg-Hefner, N., Weiss, M., &amp; Dorscht, L. (2021). Bouldering psychotherapy is effective in enhancing perceived self-efficacy in people with depression: results from a multicenter randomized controlled trial. <em>BMC Psychology</em>, <em>9</em>(1), 1–14. https://doi.org/10.1186/s40359-021-00627-1<br>[6] Luttenberger, K., Karg-Hefner, N., Berking, M., Kind, L., Weiss, M., Kornhuber, J., &amp; Dorscht, L. (2022). Bouldering psychotherapy is not inferior to cognitive behavioural therapy in the group treatment of depression: A randomized controlled trial. <em>British Journal of Clinical Psychology</em>, <em>61</em>(2), 465–493. https://doi.org/10.1111/bjc.12347<br>[7] Schwarz, L., Dorscht, L., Book, S., Stelzer, E. M., Kornhuber, J., &amp; Luttenberger, K. (2019). Long-term effects of bouldering psychotherapy on depression: benefits can be maintained across a 12-month follow-up. <em>Heliyon</em>, <em>5</em>(12).<br><br>Uniklinikum Erlangen. Boulderpsychotherapie. (n.d.). <em>Psychiatrie &#8211; Uniklinikum Erlangen</em>. Retrieved February 20, 2024, from <a href="https://www.psychiatrie.uk-erlangen.de/med-psychologie-soziologie/forschung/die-therapie/">https://www.psychiatrie.uk-erlangen.de/med-psychologie-soziologie/forschung/die-therapie/</a>PD Dr. Katharina Luttenberger. <br><br>Boulderpsychotherapie bei Depression langfristig wirksam (2020, August 11). <em>Medizinische Fakultät</em>. https://www.med.fau.de/2020/08/11/boulderpsychotherapie-bei-depression-langfristig-wirksam/#pagewrapper</p>
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		<title>Ernährung und mentale Gesundheit: Ich bin, was ich esse</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 14:51:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[HELENE KÜHN. Eine Psychiaterin am Massachusetts General Hospital bemerkt Muster in der Ernährung ihrer Patient:innen und dem Verlauf depressiver Symptome, daraufhin beginnt sie eine Ausbildung zur Köchin. Heute leitet Uma Naidoo den Nutritional Psychiatry Service in den USA und hat ein Buch darüber geschrieben, welche Rolle die Ernährung bei verschiedenen neuropsychiatrischen Erkrankungen spielt. Das Feld [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">HELENE KÜHN. <em>Eine Psychiaterin am Massachusetts General Hospital bemerkt Muster in der Ernährung ihrer Patient:innen und dem Verlauf depressiver Symptome, daraufhin beginnt sie eine Ausbildung zur Köchin. Heute leitet Uma Naidoo den Nutritional Psychiatry Service in den USA und hat ein Buch darüber geschrieben, welche Rolle die Ernährung bei verschiedenen neuropsychiatrischen Erkrankungen spielt. Das Feld der Ernährungspsychologie ist noch relativ jung, aber durchaus vielversprechend. Ist es möglich, dass etwas so vermeintlich Einfaches, wie eine Ernährungsumstellung, als mögliche Prävention oder Intervention bei Depression eingesetzt werden kann?</em></p>



<span id="more-2139"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Seit relativ kurzer Zeit wird der Zusammenhang zwischen Ernährung und Depression erforscht. Studien, die Ernährungsweisen untersuchten, fanden Zusammenhänge zwischen einem erhöhten Depressionsrisiko und der sogenannten „Western Diet“, einer Ernährungsform, die Fast Food, stark verarbeitete Lebensmittel, gesättigte Fettsäuren und Zucker beinhaltet [1]. Wie es so oft der Fall ist, unterscheiden sich die Studien methodologisch sehr stark, sodass es schwierig ist, sich ein Gesamtbild zu verschaffen oder eine gute Empfehlung für die beste Ernährung zu geben. Trotzdem wird eine Umstellung der Ernährung zumindest als eine mögliche Form der Intervention bei Depression diskutiert. Im Folgenden sollen einige Studienergebnisse zusammengefasst werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass der Darm und das Gehirn eng miteinander verbunden sind, ist schon länger bekannt (und kann außerdem auch im Psycho-Path in der Ausgabe 37 nachgelesen werden). Dementsprechend kann die Ernährungsform über den Vagusnerv, der unter anderem die Verbindung zwischen beiden herstellt, einen Einfluss auf das Gehirn haben. Die Art der Ernährung führt dabei zu Veränderungen im Mikrobiom, was wiederum einen Einfluss auf das Verhalten haben kann, also zum Beispiel depressives oder ängstliches Verhalten bedingen kann [7].&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine groß angelegte Studie mit fast 15000 Studierenden in Spanien verfolgte die Ernährung und die Entwicklung depressiver Symptome über 10 Jahre [2]. Während zu Beginn keine:r der Teilnehmenden depressive Symptome zeigte, berichten die Autor:innen von 774 Fällen von Depressionen zum Zeitpunkt des Follow-Up. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang mit der Ernährung: Personen, die eher stark verarbeitete energiereiche Lebensmittel zu sich nahmen, die per Definition wenig Ballaststoffe und wenige wichtige Nährstoffe enthalten, hatten ein höheres Risiko, depressive Symptome zu entwickeln. Eine wichtige Rolle könnte dabei der Mangel an bestimmten Mikronährstoffen spielen, die in stark verarbeiteten Lebensmitteln nicht oder in zu geringen Mengen vorkommen. Dazu zählen Vitamine, Minerale, aber auch Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für eine gesunde Hirnfunktion sind. Besonders bekannt sind die Vitamine B12 und D, wobei ein Mangel mit verschiedenen neuropsychiatrischen Erkrankungen im Zusammenhang steht. Stark verarbeitete Lebensmittel beinhalten gleichzeitig mehr Trans-Fettsäuren sowie Zucker, wobei beides&nbsp; auch mit einem erhöhten Depressionsrisiko in Verbindung gebracht wurde [6]. Bei einer eher einseitigen Ernährung, die zum Beispiel der Western Diet folgt, nimmt auch die Diversität der Bakterien im Darm ab. Das begünstigt eine Vermehrung „schlechter“ Bakterien, die gesundheitsschädliche Folgen haben können. Unter anderem über diesen Mechanismus können Lebensmittel die chemischen Signale, die über den Vagusnerv vom Darm zum Gehirn gelangen, verändern [4].&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen schützenden Effekt scheint die sogenannte mediterrane Diät zu haben. Dabei handelt es sich um eine Ernährungsform, die viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und ungesättigte Fettsäuren enthält, aber wenig Fleisch- und Milchprodukte beinhaltet. Viele Studien weisen darauf hin, dass Personen, die sich eher gemäß einer mediterranen Diät ernähren, ein geringeres Risiko haben, eine Depression zu entwickeln. Diese Ernährungsform erhöht die Anzahl bestimmter förderlicher Bakterien, die einen positiven Einfluss auf kurzkettige Fettsäuren haben, die wiederum Hormone beeinflussen, welche Effekte im Gehirn bedingen und über diesen Mechanismus Verhalten beeinflussen können [3].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Studien untersuchen den Einfluss der Ernährung auf das Risiko, eine Depression zu entwickeln. In einem Review wurden einige Studien zusammengefasst, die depressive Patient:innen untersuchten, die an Diätinterventionen teilnahmen. Die Interventionen umfassten unter anderem eine mediterrane Diät, Fettreduzierung oder eine erhöhte Vollkornaufnahme. In allen Studien fielen Verbesserungen depressiver Symptome nach der Intervention auf, wenn auch im Rahmen sehr verschiedener Zeitfenster (10 Tage bis ein Jahr) und mit verschiedenen Messinstrumenten für depressive Symptome [5].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund dieser Ergebnisse ist es nicht abwegig, eine Änderung der Ernährung als eine mögliche therapiebegleitende Intervention bei Depression einzusetzen. Vor allem eine antiinflammatorische, antioxidante Diät, also mediterrane Diät, scheint bis zu einem gewissen Grad depressive Symptome verhindern oder verringern zu können. Das bedeutet, dass auch gesunde Personen über ihre Ernährung ihrer psychischen Gesundheit etwas Gutes tun können – was natürlich keineswegs heißt, dass gänzlich auf das gelegentliche Fast Food oder die Schokolade verzichtet werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:12px"><strong>Quellen</strong><br>[1] Adjibade, M., Julia, C., Allès, B., Touvier, M., Lemogne, C., Srour, B., Hercberg, S., Galan, P., Assmann, K. E., &amp; Kesse-Guyot, E. (2019). Prospective association between ultra-processed food consumption and incident depressive symptoms in the French NutriNet-Santé cohort. <em>BMC Medicine</em>, <em>17</em>(1), 78. https://doi.org/10.1186/s12916-019-1312-y<br>[2] Gómez-Donoso, C., Sánchez-Villegas, A., Martínez-González, M. A., Gea, A., Mendonça, R. D. D., Lahortiga-Ramos, F., &amp; Bes-Rastrollo, M. (2020). Ultra-processed food consumption and the incidence of depression in a Mediterranean cohort: The SUN Project. <em>European Journal of Nutrition</em>, <em>59</em>(3), 1093–1103. https://doi.org/10.1007/s00394-019-01970-1<br>[3] Lassale, C., Batty, G. D., Baghdadli, A., Jacka, F., Sánchez-Villegas, A., Kivimäki, M., &amp; Akbaraly, T. (2019). Healthy dietary indices and risk of depressive outcomes: A systematic review and meta-analysis of observational studies. <em>Molecular Psychiatry</em>, <em>24</em>(7), 965–986. https://doi.org/10.1038/s41380-018-0237-8<br>[4] Naidoo, U. (2020). <em>This is Your Brain on Food: An Indispensable Guide to the Surprising Foods that Fight Depression, Anxiety, PTSD, OCD, ADHD, and More.</em> Hachette.<br>[5] O’Neill, S., Minehan, M., Knight-Agarwal, C. R., &amp; Turner, M. (2022). Depression, Is It Treatable in Adults Utilising Dietary Interventions? A Systematic Review of Randomised Controlled Trials. <em>Nutrients</em>, <em>14</em>(7), 1398. https://doi.org/10.3390/nu14071398<br>[6] Sánchez-Villegas, A., Verberne, L., De Irala, J., Ruíz-Canela, M., Toledo, E., Serra-Majem, L., &amp; Martínez-González, M. A. (2011). Dietary Fat Intake and the Risk of Depression: The SUN Project. <em>PLoS ONE</em>, <em>6</em>(1), e16268. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0016268<br>[7] Sandhu, K. V., Sherwin, E., Schellekens, H., Stanton, C., Dinan, T. G., &amp; Cryan, J. F. (2017). Feeding the microbiota-gut-brain axis: Diet, microbiome, and neuropsychiatry. <em>Translational Research</em>, <em>179</em>, 223–244. https://doi.org/10.1016/j.trsl.2016.10.002</p>
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