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	<title>#31 Tiere &#8211; Psycho-Path WordPress-Seite</title>
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		<title>Who&#8217;s Got Rhythm? &#8211; Snowball ganz sicher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[web9843]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jan 2024 08:43:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#31 Tiere]]></category>
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					<description><![CDATA[JANIK DOSTERT. Tanzen, musizieren, singen &#8211; all das basiert auf der fundamentalen musikalischen Fähigkeit des Menschen, die Regelmäßigkeit in auditorischen Stimuli zu finden und sich passend dazu zu synchronisieren. Dieses sogenannte Taktgefühl wird als ein sich spontan entwickelnder, musik- und speziesspezifischer Skill angesehen. Nicht jeder Mensch beherrscht diese Fähigkeit jedoch perfekt: ca. 4% der Bevölkerung [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">JANIK DOSTERT. <em>Tanzen, musizieren, singen &#8211; all das basiert auf der fundamentalen musikalischen Fähigkeit des Menschen, die Regelmäßigkeit in auditorischen Stimuli zu finden und sich passend dazu zu synchronisieren. Dieses sogenannte Taktgefühl wird als ein sich spontan entwickelnder, musik- und speziesspezifischer Skill angesehen. Nicht jeder Mensch beherrscht diese Fähigkeit jedoch perfekt: ca. 4% der Bevölkerung in Westeuropa und Nordamerika hat beat deafness, eine Form angeborener Amusie, nach welcher man sich nicht rhythmisch zu einem Takt bewegen kann</em><strong>.</strong></p>



<span id="more-1937"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie konnte sich eine sonst so weit verbreitete, allgemeine Fähigkeit entwickeln? Naheliegend ist hier natürlich der Vergleich mit anderen Spezies, idealerweise auf verschiedenen evolutionsbedingten Verwandtschaftsgraden, um herauszufinden, welche Faktoren nötig sind, Taktgefühl hervorzubringen. Die Forschung hat sich hier auf die Musikalität als Faktor geeinigt, um dieser Fragestellung nachzugehen. <strong>Musikalität</strong> umfasst die biologischen sowie kognitiven Mechanismen, die der Wahrnehmung und Produktion von Musik an sich zugrunde liegen, im Unterschied zu allgemeinen musikalischen Aktivitäten, welche hauptsächlich von der jeweiligen Kultur geprägt sind. Henkjan Honing, Professor am <em>Institute for Logic, Language and Computation</em> an der Universität Amsterdam sieht im Taktgefühl, oder der <em>beat induction</em>, wie er es nennt, neben dem metrischen und tonalen Enkodieren von Rhythmen und Tonhöhe einen fundamentalen Aspekt der Musikalität. Erhebliche Aufmerksamkeit erreichte dieses Forschungsfeld mit der Entdeckung von Snowball, einem Gelbhaubenkakadu, der seine Kopf- und Körperbewegungen an den Takt einiger bekannter Lieder angleichen konnte. Zwar machte er das nicht immer perfekt, das Interessante war jedoch seine Fähigkeit, sich an Tempoänderungen der Lieder anzupassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies warf die Frage auf, welche Eigenschaften ein Tier besitzen muss, um solch eine Aufgabe zu meistern. Das Wissen über unsere eigenen musikalischen Fähigkeiten wächst zwar immer mehr, wir haben jedoch keine eindeutige Klarheit über die kognitiven und biologischen Mechanismen, die die Musikalität bedingen. Papageien, zu welchen auch Snowball gehört, sind sogenannte stimmliche Lerner (<em>vocal learners</em>), besitzen also die Fähigkeit, akustische und syntaktische Laute zu erzeugen und durch Imitation neue hervorzubringen, welche nicht im genetischen Repertoire der jeweiligen Art vorgesehen sind. Nicht nur der Gesang von Vögeln zählt dazu, sondern auch die menschliche Sprache. Obwohl es eine viel größere Anzahl an vokalisierenden, also generell Töne produzierenden Tiergruppen gibt, sind bis jetzt nur acht als stimmliche Lerner identifiziert worden. Dazu gehören neben dem Menschen Fledermäuse, Delfine, Wale, Robben, Elefanten und drei ferner verwandte Vogelgruppen, nämlich Singvögel, Papageien und Kolibris.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Form des Lernens ist abzugrenzen von der des auditorischen Lernens. So können Hunde zum Beispiel lernen, was &#8222;Sitz!&#8220; bedeutet, obwohl das Wort nicht Bestandteil ihres angeborenen auditorischen Repertoires ist. Sie sind jedoch nicht in der Lage das Wort &#8222;Sitz!&#8220; zu imitieren und zu produzieren, wie stimmliche Lerner es können. Dafür sind nämlich bestimmte evolutionär bedingte Veränderungen des Vorderhirns nötig, welches eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung zwischen auditorischem Input und motorischem Output beim Lernen spielt. Aniruddh Patel, Professor der Psychologie an der Tufts University in Medford, Massachusetts vertritt die Meinung, dass genau diese Vermittlung uns dabei unterstützt, mittels mentaler Simulation der Bewegung das Timing des nächsten Taktschlags vorherzusagen. Da solch eine Verbindung auch für ein akustisches Verstehen und rhythmisches Wiedergeben unterschiedlicher Taktarten nötig ist, geht man davon aus, dass ausschließlich stimmliche Lerner dazu in der Lage sein sollten. Gemäß des experimentellen Vorgehens würde der Befund, dass ein <em>vocal learner</em> nicht dazu fähig ist, rhythmische Instanzen zu erkennen oder zu imitieren eine Widerlegung der oben aufgeführten Hypothese und somit auch der Vocal-Learner-Theorie als Basis des Taktgefühls darstellen. Weiterhin würde dies die Tatsache nach sich ziehen, dass auch andere Tiere neben den acht genannten zu Taktgefühl in der Lage sind, wonach die Theorie angepasst oder erweitert werden müsste. Man weiß jetzt schon, dass die erwähnten Hirnverbindungen bei Affen nicht bestehen und in der Tat, selbst nach über einem Jahr intensiven Trainings schaffte es in einem Versuch keiner der Affen im Takt eines Metronoms zu bleiben. Jedes Mal waren sie einige Millisekunden zu spät, haben den Takt nicht antizipiert sondern immer nur darauf reagiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Studiendesign, mit dem man die Fähigkeit des Taktgefühls untersuchen kann, ist das folgende: Honing und Kollegen (2015) trainierten und testeten vier Zebrafinken aus der Gattung der Singvögel. Diese Art Vogel wird schon seit einigen Jahrzehnten für Untersuchungen in Bezug auf ihre Sing- und Erkennungsfähigkeiten im vokalen Bereich erforscht. So können sie zum Beispiel die Gesänge zweier Männchen in verschiedenen Tempovarianten unterscheiden, prosodische Sprachmuster erkennen und in Liedern eine ABAB- von einer AABB-Struktur unterscheiden. Der Versuchsaufbau bestand aus einem &#8222;go/no go&#8220;-Tasks bei welchem der Vogel auf einen Sensor mit roter LED-Leuchte pickte, wodurch ein tonaler Stimulus sowie eine zweite LED aktiviert wurde. In der Hälfte der Fälle war dies ein &#8222;go&#8220;-Stimulus (das, was wir als „taktvoll“ oder „rhythmisch“ bezeichnen würden, also eine regelmäßige Abfolge von Tönen), wonach der rechte Sensor gepickt werden musste und von einem zehnsekündigen Zugang zum Futtertrog als Belohnung gefolgt war. Neben zahlreichen anderen Faktoren, die für die Stimuli beachtet werden mussten (unter anderem eine Angleichung an jene Frequenzen, für die Zebrafinken am sensitivsten sind, die durchschnittliche Länge und Anzahl an einzelnen Tönen ihres Gesangs und ihre Diskriminationsdauer bei der Stimulusdauer), entwickelten die Forschenden für beide Bedingungen unterschiedliche Tonfolgen. Nämlich solche, die regulär auftraten und im Tempo geändert wurden (&#8222;go&#8220;-Bedingung) und solche, die ebenfalls im Tempo variiert wurden, jedoch irreguläre Abstände beinhalteten. Neben der Änderung im Tempo wurde weiterhin die Gesamtdauer des Stimulus variiert. Alle Vögel schafften es, die regelmäßigen von den unregelmäßigen Tonfolgen zu unterscheiden. Somit konnten sie zwischen den Trainingsstimuli ohne weitere Hilfsmittel außer den <em>inter-onset-Intervallen</em> (das Intervall zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tönen) differenzieren, was zeigt, dass sie ihre Aufmerksamkeit auf temporale Informationen richten können. Jedoch waren sie kaum in der Lage, die neuen isochronen Tempi voneinander zu unterscheiden. Daraus lässt sich ableiten, dass die Zebrafinken höchstwahrscheinlich keine kategoriale Wahrnehmung der isochronen vs unregelmäßigen Stimuli bildeten, sondern vielmehr eine größere Abweichung vom Trainingsstimulus, sei das jetzt schneller oder langsamer, als Indiz für die vermeintliche no go-Bedingung nahmen. Somit zeigten die Zebrafinken in dieser Studie kein direktes Taktgefühl, sondern eine exzellente, auf die Millisekunde genaue Zeitabschätzung einiger relevanter Intervalle, welche sie mit dem Trainingsstimulus vergleichen und dabei sensitiv für die marginalste Abweichung sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgehend von diesen und vergleichbaren Befunden ist man mittlerweile der Auffassung, dass stimmliches Lernen zwar eine notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung für das Vorhandensein von Taktgefühl ist. So fand man beispielsweise bei Seelöwen, dass sie in der Lage sind, zu Diskoliedern der 70er zu tanzen, auch wenn sie schneller oder langsamer gespielt wurden und das Tier sie zum ersten Mal hörte. Seelöwen gehören zwar zu einer Gattung, bei welchen es <em>vocal learners</em> gibt, jedoch wurde es bisher nur für Robben und nicht für Seelöwen angenommen. Patel hat aber auch hierfür eine Erklärung: es besteht die Möglichkeit, dass sie neurale Verbindungen eines gemeinsamen Vorfahren beider Spezies behalten haben, auch wenn sie selbst keine vokalen Lerner sind. Um dies mit Sicherheit sagen zu können, müssen jedoch ausführlichere Hirnscans durchgeführt werden. Weiterhin gibt es auch Fälle, bei welchen Schimpansen mit den Fingern zu einem Takt schlagen können (dieses Phänomen war jedoch limitiert auf Frequenzen, die relativ nah bei ihrem spontanen Bewegungstempo liegen). Das nächste Tier, welches Patel untersuchen möchte, ist das Pferd. Einige Besitzer haben ihm bereits mitgeteilt, dass manche Tiere ihre Bewegungen zu Musik anpassen können, wenn sie galoppieren. Ein signifikanter Befund in dieser Richtung würde neue Wege im Forschungsfeld eröffnen, da Pferde weder selbst vokale Lerner noch mit solchen verwandt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt könnte man natürlich kritisch die Frage aufwerfen, wieso dieses Thema überhaupt so ausführlich beforscht wird. Patel beantwortet dies dahingehend, dass damit zum einen biologisches Grundwissen erforscht wird. Zum anderen bieten sich aber auch medizinisch interessante Anwendungen. Zum Beispiel gibt es Evidenz dafür, dass Musik und Rhythmus Menschen mit unterschiedlichen Störungen von Parkinson bis Alzheimer hilft, wir aber nicht genau wissen, wieso. Die Entdeckung eines Tieres, welches Takt genauso verarbeitet wie der Mensch, eröffnet komplett neue Möglichkeiten für die Forschung. Natürlich ist auch der Unterhaltungswert nicht zu unterschätzen, denn wer hätte sich vor hundert Jahren denken können, dass wir einmal Papageien untersuchen werden, die zu den Backstreet Boys tanzen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:12px"><strong>Quellen</strong>:<br>[1] Bencsik, A. (2002). Phantasievoll genießen – Lebensfreude im Alltag. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder.<br>[2] Pudel, V., Westenhöfer, J. (2003). Einführung in die Ernährungspsychologie.  Göttingen: Hogrefe.<br>[3] Pudel, V (2007). Zur Psychologie des Essens und Trinkens: Essen ist mehr als Ernährung. Biologie in unserer Zeit, 37(1), 18-24.<br>[4] Franz, A. Ernährung und Psyche: stimmungsaufhellende Lebensmittel.  Abgerufen von https://www.gesundheit-und-wohlbefinden.net/ernaehrung-und-psyche-stimmungsaufhellende-lebensmittel/ 24.05.2020, 12:59Uhr<br>[5] Ehrenstein, C. (2010). Was BSE an der Fleischproduktion verändert hat.  Abgerufen am 08.06.2020 von https://www.welt.de/gesundheit/article11180741/Was-BSE-an-der-Fleischproduktion-veraendert-hat.html</p>
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		<title>Wie wirken sich (Haus-)Tiere auf die menschliche Gesundheit aus?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[web9843]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Aug 2023 04:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#31 Tiere]]></category>
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					<description><![CDATA[SASKIA RIEDELBAUCH. Haustiere können teuer sein. Immerzu muss man dafür sorgen, dass sie genug zu essen haben, mit ihnen zum Tierarzt  gehen, wenn sie krank sind und versichern muss man sie in der Regel auch noch. Außerdem nehmen Haustiere in der Regel einen beachtlichen Teil der eigenen Freizeit für sich in Kauf. Mit Hunden sollte [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">SASKIA RIEDELBAUCH. <em>Haustiere können teuer sein. Immerzu muss man dafür sorgen, dass sie genug zu essen haben, mit ihnen zum Tierarzt  gehen, wenn sie krank sind und versichern muss man sie in der Regel auch noch. Außerdem nehmen Haustiere in der Regel einen beachtlichen Teil der eigenen Freizeit für sich in Kauf. Mit Hunden sollte man regelmäßig spazieren gehen, Katzen wollen gestreichelt werden und wenn man ein Pferd besitzt, hat man sowieso keine Zeit mehr für anderes, so heißt es zumindest. Haustiere können einem ganz schön auf die Nerven gehen: die Katze springt auf den Esstisch beim Abendbrot, die Nagetiere halten einen nachts wach und Hunde knabbern gerne Sachen an, wenn’s sein muss auch mal die Hausaufgaben. Haustiere können ganz schön viel Dreck machen. Nicht nur, wenn sie ihre Notdurft spontan lieber auf dem Teppich verrichten. Sie hinterlassen ihre Haare auf jeglicher Art von Textil, los wird man diese vermutlich nie. Manchmal bringen sie sogar tote Nagetiere mit und legen sie vor die Haustür.</em> </p>



<span id="more-2073"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Fazit: Haustiere können unglaublich anstrengend, zeit- und kostenintensiv sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch gleichzeitig sind sie noch viel mehr. Sie sind einem treu ergeben, halten zu einem, auch wenn man mal einen schlechten Tag hat und jeder Mensch einem aus dem Weg geht. Sie mögen einen so, wie man ist. Egal ob man gerade top aussieht, oder mit fettigen Haaren in Jogginghose auf der Couch hängt. Sie geben die Möglichkeit, zu lieben, sich zu kümmern, Verantwortung zu übernehmen und daran zu wachsen. Nicht ohne Grund nennen viele den Hund den „besten Freund des Menschen“, denn die Liebe und Ergebenheit eines Hundes ist unbedingt, ganz anders als die der meisten Menschen. Doch nicht nur Hunde sind treue Gefährten und liebenswerte Haustiere, für manch einen ist eine Katze das richtige Haustier, für andere eine Ratte, ein Wellensittich, ein Kaninchen oder sogar eine Schlange. So gut wie jedes Kind wünscht sich ein Haustier und jene Menschen, die Haustiere haben, möchten diese Erfahrung nicht missen. Haustiere bereichern den Menschen auf viele Arten. Sie geben emotionale Unterstützung in schwierigen Situationen und halten einen auf Trab. Doch wie sieht es mit der menschlichen Gesundheit aus? Profitieren Menschen gesundheitlich davon, ein Haustier zu besitzen?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Körperliche Betätigung</strong><br>Eins ist klar: Wer einen Hund besitzt, der sollte ihn regelmäßig ausführen, damit dieser sein Geschäft verrichten kann. Das hat natürlich auch Vorteile für den Gassi-Gänger, denn dies erhöht seine durchschnittliche physische Aktivität. Dass körperliche Fitness langfristig gesundheitliches Wohlergehen mit sich bringt, ist gut bestätigt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weniger Arztbesuche und kardiologische Erkrankungen von Haustierhaltern</strong><br>Diejenigen, die ein Haustier besitzen, sind vermutlich weniger häufig krank. In einer einjährigen Studie mit 938 Krankenkassenpatient:innen zeigte sich, dass Haustierhalter weniger Besuche beim Arzt hatten (Siegel, 1990). Außerdem profitieren Haustierhalter bei Problemen mit dem Herzen. Der Risikofaktor für kardiologische Erkrankungen bei Haustierhaltern ist signifikant niedriger, als bei Menschen ohne Haustiere, besonders bei Männern (Anderson, Reid &amp; Jennings, 1992). Eine weitere Studie ergab, dass Haustierhalter:innen eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit haben, ein Jahr nach einer Herzattacke am Leben zu sein als Nicht-Tierhalter:innen (Friedmann, Katcher, Lynch &amp; Thomas, 1980). All das klingt bereits sehr vielversprechend. Doch wie sieht es mit anderen gesundheitlichen Angelegenheiten aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Einfluss von (Haus-)Tieren auf den menschlichen Blutdruck</strong><br>Tiere können den menschlichen Blutdruck senken. Dies besagte die Studie von Vormbrock &amp; Grossberg (1988), in der junge, gesunde Erwachsene entweder ein Gespräch mit dem Versuchsleiter hatten, einen Hund zu streichelten oder sich auszuruhen konnten. Der Blutdruck der Proband:innen war in den letzten beiden Bedingungen signifikant niedriger, was dafür sprechen könnte, dass Hunde positiven Einfluss auf den menschlichen Blutdruck haben können, zumindest im Vergleich zu Menschen. Eine weitere Studie zeigte, dass sich der arterielle Blutdruck sowie die Herzfrequenz von Kindern in Anwesenheit eines unbekannten Hundes verringerten, wenn sie Gedichte vorlasen (Friedmann, Katcher, Thomas, Lynch &amp; Messent, 1983).&nbsp; Diese physiologischen Auswirkungen sprechen für den beruhigenden Effekt, den Hunde auf viele Menschen haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass das Hinzufügen eines Haustieres zum sozialen Umfeld sogar Stressreaktionen verändern, zeigte sich ebenfalls in einer Studie von Allen, Shykoff &amp; Izzo (2001), in welcher alleinlebende Börsenmakler:innen, die ihre Arbeit als sehr stressig beschrieben, teilnahmen. Die Hälfte der Proband:innen wurde zufällig dazu ausgewählt, eine Katze oder einen Hund aus einem Tierheim zu adoptieren. Es zeigte sich, dass die Haustierhalter in einer stressreichen Situation Blutdruckanstiege aufwiesen, die weniger als die Hälfte des Anstieges der anderen Proband:innen ohne Haustiere maßen. Dieser Befund lässt die Schlussfolgerung zu, dass Haustiere Stress entgegen wirken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aufspürer von Krankheiten</strong><br>Bei Krebserkrankungen ist die Früherkennung zentral für die medizinische Behandlung. Mehrfach wurden Fälle berichtet, in denen Hunde die Krebserkrankung ihrer Besitzer:innen erkannten. Zum Beispiel berichteten Williams und Pembroke (1989), dass ein Mischlingshund beharrlich an einem Leberfleck am Bein seines Besitzers schnupperte, welcher sich später als bösartig entpuppte. Mit dem Wissen, dass manche Hunde in der Lage sind, den Geruch menschlicher Krebserkrankung zu detektieren, wurden experimentelle Untersuchungen durchgeführt. Diese zielten darauf ab, herauszufinden, ob Hunde dazu trainiert werden können, Krebserkrankungen zu erkennen. Willis und Kollegen (2004) trainierten 6 Hunde und erreichten schließlich eine Erfolgsrate von 41% Detektion bei der Erkennung von Urinproben von Patient:innen mit Blasenkrebs. Andere Forschende schafften es, mehrere Hunde so zu trainieren, dass sie in der Lage waren, korrekt und zuverlässig Gerüche von Lungen- und Brustkrebs zu identifizieren (McCulloch et al., 2006).&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Epileptische Anfälle sind oft nur schwer vorhersagbar, dies ist ein großes Problem, da sie ernsthafte Schäden hinterlassen können. Für das soziale Umfeld eines Betroffenen ist es äußerst schwer, Hinweise zu erkennen, ebenso für die Betroffenen selbst im Vorhinein. Es wurde herausgefunden, dass Hunde den Beginn von epileptischen Anfällen vorhersagen und dafür trainiert werden können (Brown &amp; Strong, 2001). Wie genau Hunde dies erkennen können, ist noch unklar, es wird vermutet, dass Hunde mehrere Informationsquellen nutzen, wie bestimmte Gerüche und auch visuelle Signale. Wie zuverlässig Hunde in der Vorhersage von epileptischen Anfällen sind, ist noch nicht sicher. Es gibt unter anderem auch Studien, die diese Fähigkeit der Vorhersage von epileptischen Anfällen infrage stellen. Ein Befund von Ortiz und Kollegen (2005) lieferte Ergebnisse, die dafür sprechen, dass jene trainierten Hunde höchst unzuverlässige Angaben machen. Weitere Untersuchungen mit größeren Stichproben sind notwendig.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einsamkeit und Depression</strong><br>Viele Haustierhalter:innen entwickeln eine starke Bindung zu ihrem Haustier und betrachten es als Teil der Familie. Diese Bindung kann die psychische Gesundheit des Menschen verbessern, welche wiederum Einfluss auf die körperliche Gesundheit hat. Die gesundheitlichen Vorteile könnten ebenso zurückzuführen sein auf die soziale Unterstützung, die Haustiere ihre Halter:innen bieten. Soziale Unterstützung ist bedeutend für die Befriedigung der Grundbedürfnisse nach Zugehörigkeit, Wertschätzung und emotionaler Sicherheit und kann außerdem als Puffer für ungünstige Belastungen und Stress fungieren (Hermann, C. (2016). Soziale Unterstützung. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 30.10.2016, von&nbsp;<a href="https://portal.hogrefe.com/dorsch/soziale-unterstuetzung/">https://portal.hogrefe.com/dorsch/soziale-unterstuetzung/</a>).&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verschiedene Studien zeigten, dass das Halten eines Haustieres Gefühle von Einsamkeit und Isolation reduzieren. Ebenso wurde von mehreren Autor:innen hervorgehoben, dass es eine positive Beziehung zwischen Haustierhaltung und der Reduktion von Depression gibt. Zum Beispiel berichteten männliche AIDS-Infizierte, die Haustiere besaßen, weniger Depression als diejenigen, die kein Tier besaßen. Besonders hier diejenigen mit einer schwachen sozial unterstützenden Umwelt (Siegel, Angulo, Detels, Wesch &amp; Mullen, 1999). Andere Studien zeigten den gleichen Effekt für ältere Menschen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwischenmenschliche Beziehungen</strong><br>Haustiere haben ebenfalls einen Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen. Sie können das Objekt gemeinsamen Interesses einer Familie darstellen und somit die Kommunikation der Familienmitglieder verbessern (Serpell, 1996). Im grauen Krankenhausalltag können Haustiere bedeutende Unterschiede für Patient:innen und Angestellte machen, indem sie positive Emotionen hervorrufen (Haggard, 1985). Ebenso fanden mehrere Studien positive Effekte von Tieren auf Menschen in Seniorenheimen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede:r Hundebesitzer:in kennt es wohl, von Fremden um Erlaubnis gebeten zu werden, ihren Hund zu streicheln. Deshalb ist es nicht überraschend, dass Hundebesitzer:innen bedeutend öfter in Konversationen mit Fremden verwickelt werden (McNicholas &amp; Collins, 2000; Wells, 2004). Also reduzieren die Tiere nicht nur selbst die erlebte Einsamkeit, sondern helfen ihren Halter:innen auch dabei, soziale Kontakte zu knüpfen und Kontakt mit ihren Mitmenschen aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tiergestützte Therapie</strong><br>„Basis der tiergestützten Therapie ist die Beziehungs- und Prozessgestaltung im Beziehungsdreieck Klient:in – Tier – Bezugsperson. Tiergestützte Therapie beinhaltet Methoden, bei denen Klient:innen mit Tieren interagieren, über Tiere kommunizieren oder für Tiere tätig sind.“ (Wohlfarth, R., &amp; Widder, H. (2011). Zur Diskussion: Tiergestützte Therapie–Eine Definition.) Die Tiergestützte Therapie ist noch keine Therapiemethode, die als eigenständig bezeichnet werden kann, da sie abhängig ist von therapeutischen, pflegerischen oder pädagogischen Arbeitsgebieten und darin eingebunden werden muss.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tiergestützte Therapie erwies sich zum Beispiel bei dementiell erkrankten Patient:innen als förderlich für Kommunikation, Aktivität und Stimmung (Püllen et al., 2013). Andere Forschungsergebnisse legen nahe, dass delfingestützte Therapie positive Veränderungen mit sich bringt, die die Bereiche „Intelligenz, Konzentration, Motorik, prosoziales Verhalten, emotionaler Stress, Kommunikation“ (Lämmermann, N. (2013).&nbsp;<em>Evaluation der Wirksamkeit der delfingestützten Therapie</em>&nbsp;(Doctoral dissertation, lmu).) und verschiedene Fertigkeitenbereiche betreffen, wobei zu betonen ist, dass sich der Effekt eher global als spezifisch zeigte. In einer Studie, die die Effekte von tiergestützter Therapie auf die Bewertung von Angst von hospitalisierten psychiatrischen Patient:innen untersuchte, fand man heraus, dass die tiergestützte Therapie mit reduzierter Zustandsangst einherging (Barker &amp; Dawson, 1998).&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tiergestützte Therapie steckt noch in ihren Kinderschuhen und bedarf weiterer Standardisierung und wissenschaftlicher Überprüfung ihrer Wirksamkeit. Allerdings stellt sie eine aussichtsreiche Therapiealternative dar.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kritik</strong><br>Inwiefern die Ergebnisse der zahlreichen Studien generalisierbar sind, bleibt fragwürdig. Die Ergebnisse können von vielen weiteren Faktoren abhängen. Zum Beispiel wäre es möglich, dass sich Haustierhalter:innen in verschiedenen Aspekten grundlegend von anderen Menschen unterscheiden und dass die gesundheitlichen Vorteile eher darauf zurückzuführen sein könnten. Vermutlich könnten einzelne der dargestellten Studien nicht repliziert werden und andere werden von Studien mit gegensätzlichen Ergebnissen sogar infrage gestellt. Die dargestellten Studien legen ihren Fokus lediglich auf die positiven gesundheitlichen Effekte von Haustieren, die möglichen negativen Auswirkungen werden hierbei vernachlässigt. Zum Beispiel der Einfluss des Todes eines geliebten Haustieres auf den Menschen, könnte wissenschaftlich näher untersucht werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-white-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><strong>Fazit</strong><br>Dennoch steht fest: Haustiere wirken sich positiv auf eine Vielzahl von Menschen aus. Sie können das momentane Wohlbefinden von Menschen positiv beeinflussen, auch, wenn die langfristigen gesundheitlichen Vorteile vielleicht nicht eindeutig auf sie zurückzuführen sind. Wer sich dazu entscheidet, sich ein Haustier anzuschaffen, sollte sich darauf einstellen, Verantwortung zu übernehmen. Viel Zeit und Geduld, vor allem anfangs, sollte mitgebracht werden. Doch die Anstrengungen und Bemühungen zahlen sich aus, denn die Tiere geben einem sehr viel zurück. Sei es soziale Unterstützung, die Ermunterung zur Bewegung, die Anregung der zwischenmenschlichen Kommunikation, erhöhtes Wohlbefinden und vielleicht sogar auch Vorteile für die Gesundheit.&nbsp;</p>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:10px"><strong>Literaturquellen</strong><br>[1] Allen, K. (2003). Are pets a healthy pleasure? The influence of pets on blood pressure.&nbsp;<em>Current Directions in Psychological Science</em>,&nbsp;<em>12</em>(6), 236-239.<br>[2] Barker, S. B., &amp; Dawson, K. S. (1998). The effects of animal-assisted therapy on anxiety ratings of hospitalized psychiatric patients.&nbsp;<em>Psychiatric services</em>,&nbsp;<em>49</em>(6), 797-801.<br>[3] Brasić, J. R. (1998). Pets and health.&nbsp;<em>Psychological Reports</em>,&nbsp;<em>83</em>(3), 1011-1024.<br>[4] Lämmermann, N. (2013).&nbsp;<em>Evaluation der Wirksamkeit der delfingestützten Therapie</em>&nbsp;(Doctoral dissertation, lmu).<br>[5] Ortiz, R., &amp; Liporace, J. (2005). “Seizure-alert dogs”: Observations from an inpatient video/EEG unit.&nbsp;<em>Epilepsy &amp; Behavior</em>,&nbsp;<em>6</em>(4), 620-622.<br>[6] Püllen, P. D. R., Coy, M., Hunger, B., Koetter, G., Spate, M., &amp; Richter, A. (2013). Tiergestützte Therapie im Demenzbereich eines Akutkrankenhauses.&nbsp;<em>Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie</em>,&nbsp;<em>46</em>(3), 233-236.<br>[7] Wells, D. L. (2009). The effects of animals on human health and well‐being.&nbsp;<em>Journal of social issues</em>,&nbsp;<em>65</em>(3), 523-543.<br>[8] Wohlfarth, R., &amp; Widder, H. (2011). Zur Diskussion: Tiergestützte Therapie–Eine Definition.)</p>
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